Nicht in Bayern wanderten wir, sondern in Unterfranken

Es ist jedes Mal wieder eine kleine Diskussion wert, wenn wir über die hessische Landesgrenze hinaus in Bayern eindringen. Am Spessartrand im Landkreis Aschaffenburg wollten wir wandern – und die Gegend wird bekanntlich als Unterfranken bezeichnet. Das musste zunächst geklärt sein.

Wegen der sommerlichen Temperaturen hatte Karl eine Tour geplant, die uns zum größten Teil durch schattigen Wald führte und recht leicht zu wandern war.

Wir starteten am Schluchthof am Rande von Kleinostheim Richtung der Ortschaft Rückersbach. Der Weg führte fast fünf Kilometer durch die Rückersbacher Schlucht, einer für diesen Tag angenehm kühlen Strecke.

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In der Rückersbacher Schlucht

Nicht in Sichtweite, aber in der Nähe des Weges in einem Seitental liegt ein alter Steinbruch, der um 1900 in Betrieb war. Das „Hexenhäuschen“ ist noch ein Überbleibsel aus der Zeit. Es diente als Schutzhütte für die Arbeiter.

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Hexenhäuschen

Nach einer guten Stunde erreichten wir den Ortrand von Rückersbach und rasteten kurz am deutsch-französischen Partnerschaftsplatz, dem Place de L’AMITIE.

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PLACE DE L’AMITIE

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Rast auf dem PLACE DE L’AMITIE

Wir verließen Rückersbach in Richtung Hörstein….

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Rückersbach ade!

…….und trafen dieses geschnitzte Männlein am Wegweiserstandort „Siebenwege“, das da offensichtlich seit 1991 im Walde steht und das Wegkreuz beobachtet.

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Ein Männlein steht im Walde….

In fünf Richtungen geht es an diesem Wegekreuz.

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In fünf Richtungen geht’s bei Siebenwege

Ein schattiger Platz, um an diesem sonnigen Sommertag ein kleines Päuschen einzulegen

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Rastplatz Siebenwege

Aus dem Wald heraus wanderten wir leicht bergab durch Weinberge Richtung Main und A45. Wir blickten in die Mainebene, sahen in der Nähe das Kohlekraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg, am Horizont im Dunst die Skyline von Frankfurt mit dem Taunus.

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Blick in die Mainebene

Schließlich erreichten wir unser Ziel, den Schluchhof, Restaurant und Hotel.

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Der Schluchthof am Rande von Kleinostheim, am Auslauf der Rückersbacher Schlucht

Hier wurden verbrauchte Kalorien und Flüssigkeit wieder aufgefüllt.

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Etwas mehr als 15 Kilometer wanderten wir ohne Anstrengung dank größtenteils im Schatten verlaufenden Route, eine herrliche Sommerwanderung!

Hier die Tour, wie sie Runtastic aufgezeichnet hat:Screenshot_2017-06-21-20-50-41

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Alexander Kraft: 33 schönste Radtouren RHEIN-MAIN – Radeln von leicht bis weit rund um Frankfurt

20170628_084608Ein breites Spektrum von 33 unterschiedlichen Touren wird in diesem Buch beschrieben. Wer gemütlich und mit wenig Anstrengung radeln möchte, findet hierin ebenso Strecken wie diejenigen, die längere Touren lieben und auch vor Anstiegen nicht zurückschrecken. Im Taunus, dem Rheingau und der Bergstraße liegen die Routen mit bis zu 1000 Höhenmetern, im Regionalpark Rhein-Main ist das Terrain bekanntlich flacher. Dabei beinhaltet der Führer das Gebiet, das im Norden bis in den Vogelsberg nach Lich und Hungen reicht, im Süden bis Heppenheim im Odenwald. Eltville und Bad Schwalbach im Westen sowie Aschaffenburg und Gelnhausen im Osten sind die Orte, zwischen denen Radtourer sich mit diesem Büchlein bewegen können. Bei allen Touren wird auf die schönsten, interessantesten Orte und Sehenswürdigkeiten hingewiesen. Streckenprofil und Kilometerangaben sind als Grafiken aufgeführt. Selbstverständlich werden Einkehrmöglichkeiten genannt. Wie von den Wanderführern des Verlags bekannt, fehlen nicht die Tipps zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Liste der Fahrradläden, Informationsstellen und Übernachtungsmöglichkeiten befindet sich am Ende des Buches.

Die 33 Touren sind in acht Kategorien unterteilt, so zum Beispiel in „Radeln mit Kindern“, „Radeln für Ausdauernde“ oder „Radeln an Flüssen und Seen“. Es ist wirklich für Radler unterschiedlichster Interessen und Bedürfnisse die richtige Tour für einen tollen Ausflug zu finden. So wird auch die Regionalpark Route in vier Abschnitten und einer Tour im Pilotgebiet beschrieben.

Dem Buch liegt die Radtourenkarte Rhein-Main bei, in der sämtliche Touren eingezeichnet sind, und bei einem Maßstab von 1:100.000 genügend übersichtlich ist, um sich danach zuverlässig zu orientieren. Auf der Rückseite dieser Karte sind noch einmal alle Touren mit den Zwischenzielen und Abzweigungen sowie den dazugehörigen Kilometerangaben beschrieben.

Mit diesem Duo von Buch und Karte ist man auf richtigen – und schönen – Routen unterwegs. Alexander Kraft ist es gelungen, in Wort und Bild Begehrlichkeiten für Ausflüge zu wecken, die zu bisher noch nicht gefahrene Routen führen.


Der Radtourenführer mit der Radtourenkarte ist im Peter Meyer Verlag erschienen

Nicht nur der Weg, der Wispertalsteig, war das Ziel, sondern auch die Laukenmühle

Als wir im November 2015 den Wispertalsteig entlangwanderten, war die Laukenmühle bereits einige Monate geschlossen und es sah so aus, dass das Lokal nicht wieder eröffnet würde. So war die Freude groß, als wir in der Zeitung lasen, dass dort doch wieder die berühmten Wispertalforellen zu verzehren wären.  Kein Wunder, dass Karl die nächste Wanderung um diesen Ort herum plante.

Zudem war inzwischen auch die zweite überarbeitete Auflage des Wanderführers „Die beliebtesten Wanderwege der Hessen“ von Annette Sievers erschienen, die genau die Route, auf der wir wandern wollten, beschreibt. Für mich Anlass, anhand des Büchleins die Routenbeschreibung und die dort genannten markanten Punkte mit der Realität zu vergleichen.

Da wir die Wanderung in der Laukenmühle ausklingen lassen wollten, wählten wir als Ausgangs- und Endpunkt den Parkplatz zwischen dem Restaurant und dem Mühlrad.P1080493

IMG_6541Auf dem Weg hoch nach Espenschied gerieten wir das erste Mal ins Schwitzen. Für einige von uns war Omas Ruh schon einen Ausblick und ein kurzes Verschnaufen wert. Der nette kleine Gag mit der Schreibweise auf dem Schild hatte sich seit dem letzten Jahr noch nicht geändert, so dass wir sicher sein konnten, den richtigen Ausblick gefunden zu haben.

Von der kleinen Bank gibt es einen herrlichen Ausblick in die grüne Umgebung.

IMG_6543Außer der Bank bei Omas Ruhe bot sich auf dem Weg noch eine andere Sitzgelegenheit an, die jedoch niemand von uns nutzen wollte, auch nicht nutzen konnte, da sie rechts des Weges in einem eingezäunten Garten platziert war.P1080511.JPGNach einer kleinen Rast unter einer Kastanie auf dem Dorfplatz von Espenschied ging es  Richtung Kirche St. Nikolaus mit dem markanten Dachreiter. Die Kirche ist eine Filialkirche des Klosters Schönau, das in der Gemeinde Strüth (Teil der Verbandsgemeinde Nastätten) liegt.P1080518-002.JPGNeben dem barocken Altar fallen besonders die Kanzel und die beiden Seitenaltäre auf, rechts der Heilige Josef, links Maria mit Kind, beide vom Mainzer Bildhauer Johann Georg Bitterich geschaffen, von dem in und um Mainz herum etliche Werke in Kirchen zu finden sind.IMG_6554Wir verabschiedeten uns von Maria und Josef und hinein ging es in die Welt der Pusteblumenwiesen………IMG_6559.JPG……… zum nächsten markanten Punkt, dem Saurierfelsen, der zu einer kleinen Trinkpause mit Ausblick einlud.IMG_6567 Nach einem kurzen Stück bergab zum Werkerbrunnen, der in vergangenen Jahrhunderten berühmt für sein eisen- uns säurehaltiges Heilwasser war,…..IMG_6572.JPGIMG_6570.JPG….ging es mächtig bergauf. Hätten wir nur von dem guten Wasser getrunken, denn was nun kam, trieb uns verbliebene Flüssigkeit aus den Poren, denn: „Danach beginnt auf einem schmalen Steig ein romantischer, aber anspruchsvoller Aufstieg aus den Sauerbornbachtal heraus.“ (Quelle: Annette Sievers, Die beliebtesten Wanderwege der Hessen, Peter Meyer Verlag). Dazu sage ich: Jawohl Annette Sievers!

Irgendwann war auch dieses Teilstück geschafft und wir konnten uns auf der roten Ruhebank regenerieren, auch hier wieder mit einem herrlichen Blick in die Landschaft.IMG_6579.JPGIMG_6578-001Danach war weiter entspanntes Wandern angesagt. So fiel eine Elsbeere auf, die sich an einen Baum an der gegenüberliegenden Wegseite anlehnte. So auch beschrieben im bereits mehrmals zitierten Wanderführer und das war ein Bild, dass ich bei der letzten Wanderung noch nicht wahrgenommen hatte.IMG_6581.JPGWährend ich dieses Pärchen noch fotografierte, beobachteten meine Mitwanderer, wie ein junge Blindschleiche über den Weg huschte – schneller, als derFotoapparat gezückt werden konnten. Manches Motiv ist dann doch zu schnell.

Von der nächsten Ruhebank blickten wir nach Rheinhessen mit dem verspargelten Soonwald.IMG_6586Vorbei an Relikten des Reichsarbeitsdienstes…..IMG_6592.JPG……gelangten wir schließlich durch den steinernen Torbogen zum Parkplatz.

Zum Schluss haben wir erfahren, auf welchem Territorium wir uns befunden haben: Wir hielten uns im Freistaat Flaschenhals auf, das Stückchen Deutschland, das bei der Rheinlandbesetzung nach Ende des I.Weltkrieges unbesetzt blieb.P1030215

Nun denn, wir sind im Jahre 2017. Der Freistaat Flaschenhals ist Geschichte, die Laukenmühle wiedereröffnet. Zeit, den Flüssigkeitshaushalt wieder in Ordnung zu bringen und verbrauchte Kalorien nachzuführen – beides in der Laukenmühle.

STRECKE und DATEN: ca. 16 Kilometer, 676 Höhenmeter:Screenshot_2017-05-19-11-48-18

Ein Nachwort zur Beschreibung der Route in „Die beliebtesten Wanderwege der Hessen“: Die Beschreibung eignet sich vorzüglich zur Vorbereitung der Wanderung. Auf die meisten markanten Punkte wird hingewiesen. Selbstverständlich können auf den wenigen Seiten nicht alle Sehenswürdigkeiten und Ereignisse, die sich am Rande der Route zugetragen haben, erwähnt werden. So gibt es für die Wanderer noch einiges darüber hinaus zu entdecken. Die Streckenführung ist gut beschrieben und so könnte man sicherlich ohne eine zusätzliche Wanderkarte auskommen. Aber wie es Leute gibt, die das Herabrutschen ihrer Hose mit Hosenträger und Gürtel vermeiden, sind wir zusätzlich mit einer Karte größeren Maßstabs ausgestattet gewesen. Eine sehr gute gibt es kostenlos an einer Hauswand am Dorfplatz von Espenschied.

Für diese Route, den Wispertalsteig, hat sich Annette Sievers Führer /erschienen im Peter Meyer Verlag) gut bewährt und mit der 2. Auflage ist er auch aktuell. So hat mit dem Erscheinen des Buches zeitgleich die Laukenmühle ihren Betrieb wieder aufgenommen, der längere Zeit unterbrochen war.

Annette Sievers: Die beliebtesten Wanderwege der Hessen – 2. aktualisierte Auflage

20170514_171345Zusammen mit dem hr-fernsehen und den Zuschauern der Sendung ist dieser Wanderführer von Annette Sievers entstanden, der soeben in einer 2., aktualisierten Auflage* erschienen ist . Darin sind 30 Touren mit unterschiedlichen Streckencharakteristiken vom Reinhardswald bis zum Odenwald enthalten. Aufgeführt werden die Touren nach der Beliebtheit bei den Zuschauern. Zur Nummer 1 wurde eine 20 Kilometer lange Tour rund um die Wasserkuppe gewählt. Im Text werden Route, Besonderheiten und Einkehrmöglichkeiten ausführlich beschrieben. Die dazugehörige Karte zeigt eine gute Übersicht, Fotos lockern den Text auf. Nützliche Adressen ergänzen die Beschreibung. Auch die Anreisemöglichkeit mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln fehlt nicht.

Zu den Top 3-Touren gehört auch eine Tour, die einen Teil des Rheinsteigs zwischen Eltville und Oestrich-Winkel einschließt. Eine Tour, die vor meiner Haustür liegt. Hier kann ich bestätigen, dass die Route und alles was darauf zu sehen und zu erleben ist – inklusive der Einkehrmöglichkeiten – sorgfältig beschrieben ist.

Die Streckenlängen der vorgestellten Touren sind recht unterschiedlich. Es gibt kurze mit nur 13 Kilometer wie am Hohen Meißner oder eine 6 Kilometer-Tour auf dem Limeserlebnispfad. Andere Touren sind in Tagesetappen unterteilt. So sind für eine Wanderung auf dem Uplandsteig bei Willingen 3 Tage geplant (Länge 63 Kilometer). In einer „Ranking-Übersicht“ werden die Streckenlängen und der Streckencharakter aufgeführt.

Wege bleiben, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten können sich ändern. In der 2. Auflage des Wanderführers sind diese Änderungen berücksichtigt. Ebenso wurden Infoadressen und die Anfahrten mit Bahn und Bus aktualisiert. Auch das Kartenmaterial ist überarbeitet. Eine wichtige Änderung gibt es dann doch für die Wanderung auf dem Neckarsteig. Hier wurde eine abwechslungsreichere Route gewählt. Ein neues Layout des Innenteils erhöht die Übersichtlichkeit und bringt Fotos und Karten noch besser zur Geltung.

Die Zuschauer des hr-fernsehens haben gut gewählt und Anne Sievers beschreibt die Wanderungen auf anschauliche Weise.

Auf Youtube ist unter dem Titel des Buches ein ca. 1 ½ stündiger Film zu sehen, der die hier beschriebenen Wanderungen zeigt. Nur bei dem Platz 15, dem Neckarsteig, ergibt sich nun eine Differenz zwischen Buch und Film. Das tut aber weder dem einen noch dem anderen Medium Abbruch.

– – O – –

In den nächsten Tage werde ich wieder einmal auf dem Wispertalsteig (Platz21) entlang wandern. Gut vorbereitet und mit diesem Büchlein im Rucksack.

* Wie aktuell diese Ausgabe ist, erkennt man auch daran, dass die Wiedereröffnung der Laukenmühle auf dem Wispertalsteig vom 24.März 2017 bereits berücksichtigt ist.

– – O – –

Anette Sievers: Die beliebtesten Wanderwege der Hessen, 2. Auflage, 2017, Peter Meyer Verlag

Vom Melibocus und der Wollsackverwitterung im Felsenmeer

Die Temperatur lag um den Gefrierpunkt herum, als wir nach der kältesten Nacht in der zweiten Aprilhäfte seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Richtung Odenwald starteten. Es war der Donnerstag nach unserem üblichen Dienstags-Wandertag, aber am Dienstag hatte es geregnet oder – wie Karl vom Wirt der Kuralpe erfahren hatte – geschneit. Und es war gut so, dass wir an diesem Donnerstag wanderten, denn schon bald konnten wir unsere Wollmützen absetzen und später im Restaurant Kuralpe bei herrlichem Sonnenschein auf der Terrasse die Mittagspause genießen.

Wir, das waren sieben Wanderer. Terminverlegung, Besuch der Tante in Tönning und andere Verpflichtungen hinderten einige der wackeren Wanderer an der Teilnahme. Ausgangspunkt an diesem Tag war der kleine Parkplatz am Nonnenbrunnen an der Straße zwischen Jugenheim und Balkhausen. IMG_6491Der Nonnenbrunnen ist eine kleine Quelle, von der aus das früher darüber gelegene Kloster mit Wasser versorgt wurde.IMG_6397Karl, unser Vorwanderer, hatte für den diesen Tag eine Route geplant, die fast ausschließlich auf dem Wanderweg SJ2 verlief, den wir von unserem Ausgangspunkt nach etwa einem Kilometer Entfernung in westlicher Richtung erreichten.Vollbildaufzeichnung 22.04.2017 124343.bmp

Vom Nonnenbrunnen und danach auf dem SJ2 ging es ständig über fünf Kilometer und 400 Höhenmeter bergauf zum Melibokus, jenem hohen Berg, den einige von uns bei ihrer morgendlichen Gymnastik auf der Terrasse bei guter Sicht stets vor Augen haben. Ja, von Nordenstadt, einem Wiesbadener Ortsteil, aus können wir ihn sehen. Und wenn wir irgendwo im Rheingau, im Rheinhessische oder im Taunus freie Sicht nach Südost haben, brauchen wir nur nach der höchsten Erhebung zu schauen. Das ist der Melibokus, höchster Berg der südhessischen Bergstraße. Und wenn die Grafen von Katzenelnbogen die Schriften des griechischen Gelehten Ptolomäus nicht falsch gedeutet hätten, hieße der Berg heute noch Malchen oder Malschen.

Dazu Wikipedia: Der Bergname ist 1012 als mons malscus überliefert. Der ältere Bergname Malschen wurde durch die gelehrte Bezeichnung Melibocus verdrängt. Die heutige Bezeichnung Melibokus geht auf eine gelehrte Hypothese nach der zeitweiligen Besitzung durch die Grafen von Katzenelnbogen zurück. Irrtümlicherweise sah man die in den Schriften des Ptolemäus erwähnte Bezeichnung Μηλίβοκον (Mēlíbokon) für den Harz als Namen dieses Berges im Odenwald an und ersetzte Malschen durch die latinisierte Form des griechischen Namens: Melibocus oder Melibokus, welcher sich schließlich einbürgerte.

Es ging jedenfalls gen mons malscus bergauf, stetig aber nicht übermäßigP1080397IMG_6400

Wie häufig auf unseren Wanderungen war auch dieser Rundweg mit anderen Wanderwegen verknüpft. Hier waren es insbesondere der Alemannenweg und der Nibelungensteig, denen wir ein kurzes Stück folgten.

 

Schließlich erreichten wir den Melibokus mit seinen zwei Türmen. Der höhere Turm wird heute als Sendeturm für lokale Internetanbieter genutzt, zudem dient er nachts mit einem Blinkfeuer als Kollisionsschutz. Der zweite Turm, ein Aussichtsturm wurde 1966 erbaut, war jedoch geschlossen.

Zwar konnten wir nicht bis Wiesbaden sehen, aber in der Rheinebene erkannten wir die Kühltürme des Kernkraftwerks Biblis:P1080407Nach kurzem Ausblick über die Rheinebene bis nach Rheinhessen und den Taunus wanderten wir durch Buchenwälder in die herrliche grüne Landschaft mit Blick zum Felsberg mit dem Turm in der Bildmitte:IMG_6414Auf diesem Weg fanden wir ein nettes Plätzchen zum Rasten gegenüber einer riesigen LindeP1080416Nachdem wir uns von diesem prächtigen Baum getrennt hatten, kamen wir dem Felsenmeer immer näher und sahen auch schon die ersten GranitbrockenIMG_6438.JPGEiner Sage nach hausten hier zwei Riesen. Der eine auf dem Felsberg (Felshocker), der andere auf dem Hohenstein (Steinbeißer). Ihre „Riesenreiche“ wurden durch das Lautertal getrennt. Als sie in Streit gerieten, bewarfen sie sich mit Felsbrocken. Der „Steinbeißer“ war im Vorteil, er hatte mehr Wurfmaterial. So kam es, dass „Felshocker“ bald unter den Blöcken begraben wurde; angeblich hört man ihn noch gelegentlich darunter brüllen. Die Felswand des Hohenstein soll die letzte Hausmauer des anderen Riesen sein. So wurde im Volksmund die Entstehung des Felsenmeeres erklärt (Quelle: Wikipedia)

Über die Entstehung dieser Gesteinsblöcke gibt es im Wikipedia-Artikel über das Felsenmeer ausführliche Informationen. Beeindruckt hat mich besonders, dass mit dem Ende der Eiszeit die Blöcke in Bewegung gerieten, in die Täler hinabglitten und das Felsenmeer bildeten. Dazu der Verwitterungsprozess, der den Gesteinsblöcken ihr typisches Aussehen verleiht und als Wollsackverwitterung bezeichnet wird.

Klein sind die Steine jedenfalls nicht. Hier ein Foto, in dem Wanderer Hans doch recht zwergig wirkt:IMG_6457.JPGSchon die Römer haben Steine dieser Art bearbeitet, verschiedene davon zurückgelassen, z.B. eine über 9 Meter lange Säule, die etwa 27,5 Tonnen wiegt. Üblicherweise wurden solche Säulen in kleinere Stücke zersägt und dann – wie am Trierer Dom – wieder zusammengesetzt und so zum Teil eines Bauwerks.IMG_6453.JPGAus dem beeindruckenden Felsenmeer liefen wir über die Kuppe des Felsbergs hinunter zur Kuralpe. Dort war der Schnee vom Dienstag getaut und wir konnten unsere Mittagsrast im Freien genießen.IMG_6470Nach der Pause hatten wir noch eine einstündigen Weg zurück zum Parkplatz vor uns, der uns am Schloß Heiligenberg vorbei führte.IMG_6485Durch einen Laubengang erreichten wir schließlich den ParkplatzIMG_6480.JPG

Eine tolle Wanderung bei herrlichem Wetter endete dort nach gut 18 Kilometern und etwa 850 Höhenmetern.

  1. Teilstück vom Nonnenbrunnen über den Melibokus, am Felsenmeer vorbei zur Kuralpe:Screenshot_2017-04-22-12-10-282. Teilstück, von der Kuralpe zum NonnenbrunnenScreenshot_2017-04-22-12-15-55 Dank an Heiner, der mir einige der Fotos zur Verfügung gestellt hat.

Wir wanderten Richtung Atlantik

Na, wenn das keine tolle Titelzeile ist, um über eine kleine Wanderung zu berichtenIMG_6210-001

Schraubt eure Erwartungen nicht zu hoch, denn alles, was jetzt kommt, ist unspektakulär.

Wir trafen uns in Eppstein am Bahnhof. Eppstein liegt etwa 15 Kilometer nordöstlich von Wiesbaden im Vordertaunus. Westlich von Eppstein gingen wir Richtung Ehlhalten, erkannten dabei unser Zwischenziel, den Atzelbergturm, links vom Fernsehturm gelegen.IMG_6187Im Wald schauten wir dann auch mal auf den Boden, sahen die ersten Blüten der Buschwindröschen – es war der 24. März.IMG_6188.JPGHinter Ehlhalten wanderten wir etwa 2 Kilometer in der Nähe des Silberbaches entlang. Dann kam die Wende nach Süden, mit ihr ging’s bergauf bis zu einem Punkt etwa 400 Meter vor dem Aussichtsturm. Von da an ging’s „bergaufer“. Inzwischen waren wir auf dem Europäischen Fernwanderweg E3 gelandet, nachdem wir schon ein Stück den Schinderhannes-Steig gegangen waren. Schießlich erreichten wir den Aussichtturm und machten zunächst Rast an einer kleinen Hütte neben dem Turm.

Gestärkt eroberten wir danach den Atzelbergturm. Der ist knapp 31 Meter hoch, hat 151 Holzstufen und wir zählten inklusive der Betonstufen des Sockels 158IMG_6212.JPG

Von oben geht der Blick weit ins Land, Richtung Feldberg (ca. 12 Kilometer entfernt)…IMG_6233

……Richtung Frankfurt (nur zu erahnen im Dunst, links vom Fernsehturm)IMG_6224

In alle Richtungen wird gezeigt, was zu sehen ist (und was man sehen könnte)…..

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….auf jeden Fall lohnt sich ein ausgiebiger Blick von oben auch auf die Zwerge am Boden

P1080245.JPGAls wir genug in die Gegend geschaut hatten, brachen wir auf in Richtung Eppenhain. Hinter Eppenhain war der geplante Weg gesperrt. Wie wir später sahen, war die Forststraße mit schwerem Gerät frisch aufgeschottertIMG_6237.JPGWir mußten über verwunschene Wege ausweichenP1080258.JPGNachdem wir uns das schwere Gerät zum Schottern des Weges angesehen hatten….IMG_6238.JPG….. war bald die Burg Eppstein im Blick.IMG_6246Die Burg mit ihrer Befestigungsanlage aus dem 14./15. Jahrhundert ist ein beliebtes Fotomotiv, aber hier ist der Fotograf das Motiv:P1080266-001Jedenfalls wanderten wir auf dieser Tour ein kleines Stück Richtung Atlantik. Doch wir strandeten in der empfehlenswerten Wunderbar Weite Welt im Bahnhof von Eppstein bei Gerichten aus aller Welt und Allgäuer Bier.

Hier noch der Streckenverlauf:

Screenshot_2017-03-25-17-13-19sowie einige Impressionen von der Strecke:

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Der Weg, auf dem viele Wege entlang führen

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Tausendfüßler am Rande des Atzelbergs

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Fernsehturm im Gegenlicht

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Daten des Atzelbergturms

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Ende einer Wanderung