Kriemhildenstuhl – Wo die Römer Steine brachen

Unweit des nordwestlichen Stadtrands von Bad Dürkheim liegt der Kriemhildenstuhl, ein Steinbruch, im dem etwa 200 n.Chr. römische Legionäre Bundstandsteine abgebaut haben, die für Bauten nach Mainz geschafft wurden. Transportiert wurden die Steinblöcke per Schiff über das kleine Flüßchen Isenach, das damals bei Roxheim in den Rhein – wie er zu jener Zeit floss – mündete.

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Die Fundstelle ist seit dem Mittelalter bekannt und wurde fälschlich mit der Sagenwelt des Nibelungenliedes in Verbindung gebracht.  In der  Zeit des Nationalsozialismus gab es erfolglose Bestrebungen, durch Grabungen zu belegen, dass es sich bei dem Steinbruch um eine altgermanische Kultanlage gehandelt habe. Römische Legionäre haben ihre Namen hier in den Stein eingeritzt.

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Gettonius, Ursus und Dossus, Soldaten der Legion XXII, die in Mainz stationiert war, haben sich hier verewigt

Ob es diese drei waren, die auch Pferde, Feldzeichen und andere Felsenbilder geritzt und geschlagen haben, ist nicht nachweisbar. Das kleine Pferd ist jedenfalls gut gelungen. Wie plastisch das Pferd aus dem Stein herausgearbeitet wurde, ist auf dem Foto am Schatten unter dem Bauch zu erkennen.

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Auf etlichen Tafeln ist die Geschichte des Steinbruchs und die Arbeitsweise der Römer beschrieben. Werkzeuge sind abgebildet und vieles, was es an Zeichen und Bildern zu entdecken gibt. Obwohl mit den Tafeln insbesondere Kinder angesprochen werden, waren die Informationen auch für unsere Wandergruppe äußerst interessant. (Ein Ausschnitt aus dieser Tafel ist am Ende des Beitrags aufgeführt)

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Und Informationen gab es rund um diesen Steinbruch jede Menge:

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Aus der Römerzeit  und den Zeiten vor mehreren 100 Millionen Jahren als diese Gesteinsformationen entstanden wird man dann allerdings herausgerissen, wenn der Blick auf die rechte Wand des Steinbruchs fällt. Dort befindet sich eine Gedenktafel aus dem 20. Jahrhundert-

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Zum Gedenken der im I. Weltkrieg gefallenen Mitglieder des Pfälzer Waldvereins

Der Kriemhildenstuhl hat seinen Namen wahrscheinlich daher, weil sich dieser Steinbruch wie ein überdimensionierter Stuhl eines weiblichen Riesen in den Berg einfügt. http://www.waltervundepalz.de/urlaub/pfalz/bad-duerkheim/wandern/kriemhildenstuhl

 

Screenshot_2017-08-20-09-36-07Wir trafen auf diese geschichtsträchtige Stelle bei einer Wanderung mit Ausgangspunkt am Schützenhaus Bad Dürkheim im Retzerwald  oberhalb von Bad Dürkheim. Weitere sehenswerte Stationen dieser Tour waren die Kaiser Wilhelm Höhe, der Teufelstein und der imposante Bismarckturm.

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Bismarckturm bei Bad Dürkheim

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Übrigens: Das Pferd:

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Man muss genau hinsehen, um es zu entdecken

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Nette Begrüßung in Assmannshausen? Eine fantastische Lüftlmalerei

Kürzlich wanderten wir auf dem Rheinsteig von Assmannshausen nach Lorch. Die  berühmte Rotweingemeinde erreichten wir von Wiesbaden mit dem Zug und bereits nach einigen Metern wurden wir herzlich begrüßt. So sah es jedenfalls bei erstem Betrachten aus.

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Eine Mutter schaute mit zwei Kindern zu uns aus den Fenstern des Hauses der Familie Berg, das sich gegenüber von Berg’s Alter Bauernschänke befindet und wohl dazu gehört.

Bei näherer Betrachtung dieser feinen Lüftlmalerei sieht man jedoch, dass zumindest die Kinder sich gar nicht um die Wanderer kümmern, die hier vorbei kommen, um auf dem Rheinsteig entweder Richtung Lorch oder in die andere Richtung gen Rüdesheim zu gehen.

Das Mädchen, das im mittleren Fenster über dem Portal zu sehen ist, spielt mit einer Katze, die auf dem Sims über dem Portal herumturnt und die Hand des Mädchens schnappen will.

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Und am Fenster nebendran? Vermutlich der Bruder des Mädchens, der gerade einen Blumentopf aus dem Fenster fallen gelassen hat.

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Manchmal lohnt es sich schon, genauer hinzuschauen.

Der Lüftlmaler hat jedenfalls eine lebendige Szene auf die Fassade des alten Hauses gemalt. Wer Lust hat, kann nun raten, was nicht gemalt ist.

Opel-Zoo – neue Bekanntschaften, alte Freunde

img_1181-001Ein Besuch im Opel-Zoo ist immer wieder ein Erlebnis. Anfangs ist es wie immer. Hinter dem Eingang links begrüßen uns die Giraffen. Die meistens lassen sich nur ungern von ihrer Mahlzeit ablenken, aber eine ist doch sehr aufmerksam und schaut, was da so an Besuchern ankommt. Und dieses Jahr zieht es uns und viele andere zur neuen Attraktion, der Anlage für die Brillenpinguine. Die Gruppe dieser flinken Schwimmer ist seit drei Monaten zu sehen und zwar nicht nur an Land und an der Wasseroberfläche. Durch eine 8 cm dicke Glasscheibe können die kleinen Pinguine auch in ihrem Lebensraum unter Wasser beobachtet werden. Als wir dort ankommen, wird die Bande gerade gefüttert und ist äußerst agil.

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Besonders unter Wasser sausen sie hin und her, wie im Sturzflug,

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manchmal „fliegen“ sie direkt auf uns zu – so schnell, dass ich sie nur unscharf im Foto festhalten kann

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Während die Brillenpinguine sich munter an dem kühlen Oktobertag tummeln, hat sich eine Gruppe der Zwergmangusten unter eine Wärmelampe zurückgezogen

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Eine andere Zwergmanguste späht jedoch vom luftigen Felsen über den Gehegerand

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Es folgt das obligatorische Ziegenfüttern im Streichelzoo

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img_1245Doch was wäre der Opel-Zoo für die achtjährige J. ohne Kamelreiten und Trampolinspringen. Der Ausflug wäre nur die Hälfte weimg_1222rt. Dies Aktionen sind allerdings nicht im Eintrittspreis in-begriffen und so steckten wir uns vor dem Besuch einige Euro- und 50-Cent-Stücke in die Tasche. Nachdem dann diese Attraktionen inklusive Klettern auf den Gerüsten auf dem Spielplatz „abgearbeitet“ sind, widmen wir uns wieder den großen und kleinen Tieren. Wir sehen, dass der kleine Elefant im letzten Jahr wieder ein Stück größer geworden ist.

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Das Kreischen von Halsbandsittichen kennen wir bereits von den Artgenossen im Biebricher Schlosspark, hier können wir ihn beim Körner picken in der Nähe sehen

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Weiter führt der Weg zu den Mufflons

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Wir freuen uns, dass der Luchs zu sehen ist

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Nicht zu übersehen ist ein junger Polarfuchs

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Und schließlich, nach vielen weiteren Tieren erleben wir die Hauptattraktion des Tages: Gepard auf dem Klo. Mit vielen mehr oder weniger witzigen Bemerkungen verfolgen die Besucher den Vorgang, bei dem wir zumeist die Tür zumachen, der Gepard aber an exponierter Stelle für alle sichtbar das tut, was nun mal sein muss: Müssen!

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Danach verlässt er den Platz und trabt erleichtert durch sein Gehege

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Damit geht ein sehr erlebnisreicher Ausflug zu Ende

Epilog: Eine alte Bekannte haben wir allerdings nicht mehr wiedergetroffen: Die alte Flusspferddame, die im Alter von mehr als 50 Jahren kürzlich verstorben ist. Auch der Bulle ist nicht mehr da. Er wurde zu anderen seiner Art in den Zoo nach Hannover gebracht. Und das ist gut so, denn das Flusspferdbecken war recht klein und nicht mehr zeitgemäß. Für mich war es ein kleiner Schandfleck, der nun beseitigt werden kann.

Mit der Savanne für Giraffen, Zebras & Co sowie dem Freigehege für die Elefanten hat der Opel-Zoo in den letzten Jahren ausgedehnte Räume für die Tiere geschaffen. Dazu noch die neue Anlage für die Brillenpinguine. Hier macht es Spaß, die Tiere zu beobachten.

Und als wir gingen, drehte sich keine der Giraffen nach uns um. Sie waren immer noch – oder schon wieder – an dem alten Baobab und ihren Fresskörben.

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