Ein Werkeverzeichnis der besonderen Art: ULRIKE EICHHORN: PALLADIO-ALDINEN, VOL. 3, PALLADIOS WERKSCHAU

IMG_7881Ein vollständiges Werkverzeichnis eines der bekanntesten italienischen Architekten der Renaissance, Andrea Palladio (1508-1580), ist in diesem kleinformatigen Taschenbuch (Oktav-Format der Aldinen) in Worten, Plänen des Architekten und Fotos zusammengefasst. Nicht alle Projekte, die in diesem Verzeichnis aufgeführt sind, wurden verwirklicht. Ein Teil der Bauten, von denen einige erst nach dem Tode Palladios entstanden sind, existiert nicht mehr. Die noch vorhandenen wurden im Laufe der Jahrhunderte ergänzt oder umgebaut. Einige Pläne wurden von den Bauherren bereits bei der Entstehung geändert oder nur teilweise ausgeführt.

Ulrike Eichhorn gibt einen umfassenden Überblick über die Geschichte der Gebäude, wobei es sich sowohl um Villen als auch um Stadthäuser und Fassaden , Basiliken, Bürgerhäuser, Brücken- und Wasserbauprojekte, Theaterprokekte, Portale, sakrale Bauten, Grabaltäre und andere Projekte handelt. Zudem sind einige Bauten und Projekte aufgeführt, die Palladios Werk nicht mit Sicherheit zuzuordnen sind.

Dieses Buch ist kein Bildband sondern ein sorgfältig recherchierter Führer durch das Werk Palladios. Zusammen mit einem Verzeichnis der Bauherren, einer kurzgefassten Biografie, einer Zeittafel von 1500-1580 und dem Werkverzeichnis in Tabellenform ergibt dieser dritte Band der Palladio-Aldinen ein Kompendium zur Vorbereitung einer Exkursion zu den dargestellten Bauwerken oder dient bei einer solchen als Führer zu den beschriebenen Orten. Aber auch das Lesen der Historie der Bauten und das Betrachten des Bildmaterials bereitet hohen Genuss.

Für die Reise an diese Stätten kann sogar eine Datei auf Smartphone oder Tablets installiert werden, die auf einer Landkarte die Orte lokalisiert und nochmals eine Werksübersicht aufführt.

In den zuvor erschienen Bänden dieser Reihe werden „Die Palladio im Veneto – Vol. 1“ und „Die Palladio in Rom – Vol. 2“ beschrieben.

— O —

Ulrike Eichhorn: Palladio-Aldinen Vol. 3 – Palladios Werkschau (Edition Eichhorn, 2018)

Als „Vol. 3“ schließt sich die Numerierung der Seiten den ersten beiden Bänden an, deshalb umfaßt das „Vol. 3“ neben dem Vorwort und dem Anhang, die beide mit römischen Ziffern numeriert sind, die Seiten 584-996.

Advertisements

Ich nenne ihn den „Wisper-Fingerhut-Pfad“

IMG_8300-001Mit großem Aufwand und erheblichen Kosten wird zur Zeit das Projekt „Premiumwandern im Wispertaunus“ umgesetzt. Die ersten beiden Etappen des 44,2 Kilometer langen Streckenwegs sind freigegeben, ebenso wurden Rundwander-, Spazierwander- und Zuwege eingerichtet und teilweise bereits ausgeschildert. Alte Wanderwege behielt man bei, aber auch neue wurden teils mit brachialer Gewalt ohne Rücksicht auf die Vegetation in das Schiefergestein gebrochen und gefräst,  und so ragen – unschön anzusehen – von etlichen Kiefern und Fichten die freigelegten Wurzeln in die Wanderwege hinein.

Die zahlreichen Pflanzen des Roten Fingerhuts (Digitalis purpurea) entschädigen jedoch für das rüde Vorgehen des schweren Geräts auf einigen Teilen des Weges und die Natur wird in wenigen Jahren die geschlagenen Wunden überdeckt haben.

IMG_8254Wir wanderten auf dem Wispertaunussteig von einem kleinen Parkplatz im Wald südöstlich von Dickschied, vorbei am Falkenhof des berühmten Kochs Franz Keller zur ehemaligen Wehrkirche in Dickschied, die schon über 800 Jahre sein soll. Von dort auf alten Wanderwegen nach Norden zum Hexenmüllerplatz. Auf dem Weg nach Norden zum Wispersee folgten wir wieder den Zeichen des Wispertaunussteigs. Anschließend ging es  auf der anderen Seite der Wisper zurück zum Hexenmüllerplatz und weiter auf dem Steig nach Süden zurück zum Startpunkt.

Auf fast jedem dieser gut 16 Kilometer gingen wie vorbei an den Fingerhüten, die teils auf saftigen Wegesrändern wuchsen,

IMG_8297

IMG_8298.JPG

teilweise aber auch dabei waren auf kargem, steinigen Boden Fuß zu fassen.

IMG_8234

karte-Wispertaunussteig_etappe_1_etappe_2

Mich hat auf dieser Wanderung die große Zahl des Roten Fingehuts beeindruckt. Die Giftigkeit und die Verwendung in der Pflanzenheilkunde ist allgemein bekannt und so verlinke ich an dieser Stelle lediglich mit zwei Artikeln:

– Roter Fingerhut (Wikipedia),

– Hochwirksames Herzmittel aus der Natur (NABU),

 

Verkochte Bücher

Vor einigen Jahren habe ich über das Restaurieren alter Kochbücher geschrieben. Hier noch einmal der Post „Verkochte Bücher“.

Philipp Elph

Über das Restaurieren alter Kochbücher

Es gibt sie noch in großer Zahl: über einhundert Jahre alte Kochbücher, benutzt von 4 oder 5 Generationen. Die Einbände sind häufig mit Fett, Mehl und Zucker imprägniert, zuweilen fehlt der Buchrücken, die Gelenke sind teilweise eingerissen und Seiten haben sich gelöst. Glücklicherweise haben die Buchblöcke den Gebrauch in der Nähe des Dunstes von Kochen, Backen und Braten meist ohne größere Blessuren überstanden, so dass wenig mehr als die Reparatur des Einbandes oder die Herstellung eines neuen Einbandes unter Verwendung der noch verwertbaren Teile des alten notwendig ist, um den Ratgeber von Urgroßmutter, Großmutter und Mutter in einer weiteren Generation wieder als voll funkionsfähiges und ansehnliches Buch nutzen zu können.

Wirft man einen Blick in das Buch, so erkennt man, dass es zumeist Rezepte enthält für die „besseren Kreise“ von damals. Der gehobene Mittelstand und höhere Schichten waren wohl die Käufer solcher Bücher, aber auch…

Ursprünglichen Post anzeigen 477 weitere Wörter