DER KLUGE KEKS von Jory John und Pete Oswald

Der kluge Keks lebt in einer Bäckerei und erzählt denen, die ihm zuhören möchten, seine Geschichte. Sie beginnt damit, dass er es gar nicht so einfach hatte. Immer ein wenig schüchtern, in der Schule fielen ihm die richtigen Antworten nicht so schnell ein, Tests gab er als Letzter ab, doch seine Noten waren nicht gut. Zudem war er unkonzentriert und machte viele Fehler. Er träumte in der Schule, schlief nachts schlecht und nichts lief gut in seinem Leben.

Aber dann kam die Wende, der Tag, der alles veränderte. Der Keks hatte etwas an sich entdeckt, dass ihn einzigartig machte. Und das bedeutete auch, nicht alles können zu müssen: Man kann Fehler machen und auch mal einen schlechten Test schreiben. Man muss nicht immer perfekt sein, aber ausprobieren, was für wahre Stärken in einem schlummern – und die wecken. Wie dies dem Keks gelungen ist und er zu einem klugen Keks wurde, können Kinder ab 3 Jahren in dem liebevoll getexteten und fein illustrierten Buch erfahren.

In dieser Geschichte geht der kluge Keks zwar bereits zur Schule, als er den Wendepunkt in seinem Leben erfährt. Durch geschicktes Erzählen und Vorlesen kann der Inhalt jedoch auch in die Kindergartenphase der kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer transportiert und von den Kids verstanden werden.

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Der kluge Keks, im Original „The Smart Cookie“, Text: Jory John, Illustrationen: Pete Oswald, Übersetzung ins Deutsche: Luise Richter, erschienen im Adrian & Wimmelbuchverlag (2023)

Für unsere Kleinen, die gar nicht müde sind, wenn sie ins Bett sollen: SCHLAF-SCHAF von Lucy Ruth Cummins, illustriert von Pete Oswald

Das Schlaf-Schaf war nicht müde, wollte musizieren, malen, mampfen. Doch es sollte ins Bett und schlafen, denn es war die Zeit dazu.

Mutter-Schaf gab sich alle Mühe, aber das Schlaf-Schaf war nicht …., stattdessen hellwach. Wie wohl viele Schlaf-Menschenkinder es sind , wenn ihre Eltern glauben, dass es Schlafenszeit sei. Und dann – so meine Erfahrung – benehmen sich die Menschenkinder wie das Schlaf-Schaf. Doch irgendwann wird gegähnt und die Augen fallen zu.

So passierte es, dass das Schlaf-Schaf ganz schnell einschlief – wie es wohl auch bei Menschenkindern geschieht, wenn Mama, Papa, Oma oder Opa dieses herzige Buch ihrem Schlaf-Kind vorlesen und dabei gemeinsam die Bilder anschauen.

Eine liebevoll geschriebene und ebenso illustrierte Geschichte von Lucy Ruth Cummins (Text) und Pete Oswald (Illustration).

Erschienen im Adrian-Verlag (2023), Hardcover im quadratischen Format (ca.26,5 x 26,5 cm), Originaltitel: Sleepy Sheep (USA, 2023), übersetzt von Gerda M. Pum

Vorlesebuch für Kinder ab 3 Jahren (nach meiner Erfahrung für Kinder ab gut 2 Jahren)

Kurztrip nach Bad Nauheim

Die Rosen im Rosengarten von Bad Nauheim sind zumeist verblüht, trotzdem zog es uns für ein paar Stunden in die Kurstadt, ca. 30 Kilometer nördlich von Frankfurt.

Rosengarten mit Dankeskirche

Selbstverständlich trafen wir auf Elvis. Wie jeder weiß: ELVIS LEBT

Eigentliches Ziel des Ausflugs: Rosendorf Steinfurth, ein Stadtteil Bad Nauheims.

Im ältesten deutschen Rosenzuchtunternehmen kauften wir ein paar Bodendeckerrosen namens Hotline. Mir gefällt das kräftige Rosa der Blüte mit der gelben Mitte.

Bodendeckerrose Hotline mit einer der letzten Blüten im Oktober

Eine Kletterose „Goldstern“ haben wir auch noch eingepackt. Die hatte allerdings schon ausgeblüht. Ein Foto davon gibt es im nächsten Jahr.

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Zu Elvis und dessen Verbindung zu Bad Nauheim: HIER

Auch interessant in Steinfurth: Das Rosenmuseum: HIER

Wenn sie nicht giftig wären ……..

…. wären sie sicherlich abgeerntet. Eine „Pilzwiese“ von gut einem Hektar Größe entdeckten wir bei einer Wanderung im westlichen Hintertaunus, etwa 25 Kilometer nordwestlich von Wiesbaden nahe der Burg Hohenstein.

Aus der Nähe betrachtet:

Fotos vom 13. September 2022

Im Pfälzer Wald oberhalb von Neustadt an der Weinstraße

Nachdem die hohen Temperaturen der letzten Wochen sich verabschiedet haben, wuchs der Drang zum Wandern. Die Pfalz mit dem geschichtsträchtigen Schloss Hambach lockte, zudem noch das Hohe-Loog-Haus, eine Hütte der Pfälzerwald-Vereins, die während der Sommerferien täglich geöffnet ist.

Wir starteten an einem kleinen Parkplatz am Ende der Straße Am Nollen in Neustadt, gingen zunächst Richtung Schloss.

Kurze Zeit später sahen wir es bereits.

Und es dauerte gar nicht lange, da trafen wir auch schon auf die ersten Teilnehmer des damaligen Zuges zum Hambacher Fest.

Wir schlossen uns ihnen an und standen vor dem berühmten Gebäude, an dem das Ereignis vor 190 Jahren stattgefunden hat.

Hans, unser Experte in Sachen Geschichte, erzählte uns dort von der Historie des Schlosses, dem Fest, den Wittelsbachern und Kronprinzen und späteren König Max. Danach strebten wir auf das nächste Ziel der Wanderung zu. Im Blickfeld immer wieder das Schloss.

Auch im Blick: Der Wegweiser zum Ziel der Einkehr.

Hinter dem Schild sind die Kiefern zu erkennen, die hier den Wald im Wesentlichen neben Buchen, Eichen und Käschtele prägen. Alles dabei in sattem Grün.

So gelangten wir schließlich zu einem Lieblingsort unseres Wanderführers, einem herrlichen Platz, an dem wir gern einkehrten und zu Saumagen, Kuchen etc. die gelungene Performance eines Sänger/Gitarristen mit Darbietungen von den Stones bis Hannes Wader erlebten.

Danach ging es zumeist bergab, nur von ein paar Steigungen unterbrochen. Wobei die 600 Höhenmeter, die wir an diesem Tag auf und ab zurücklegten meist sehr sanfter Art waren. Nach den 613 Metern (NN) an der Pfälzerwald-Hütte sind die 490 Meter am Nollenkopf nur Peanuts, dennoch mit seinen Felsbrocken erwähnenswert.

Dazu gab es auf dem Kopf noch etwas für unser Hirn mit einem Spruch in Stein gemeißelt – was immer er auch zu bedeuten hat.

Eine Inschrift, vermutlich in Anlehnung eines Ausspruchs des amerikanischen Staatsmannes Benjamin Franklin:

Zufriedenheit ist der Stein der Weisen,
der alles in Gold verwandelt, das er berührt.

Fazit: Eine herrliche Wanderung durch den Pfälzer Wald vorbei am Hamberger Schloss mit der Einkehr an der „Hohe-Loog-Hütte“. 12 Kilometer, 600 Höhenmeter, sanfte Anstiege, der Geruch von Kiefern, Gesang eines Barden*, Pälzer Saumagen und Dubbeglas.

Ich sag‘ nur und verabschiede mich für heute: ALLA!

Flinke Flitzer: Gartenschläfer

Nachdem ich vor sechs Jahren zum ersten Mal unseren Mitbewohner, einen Gartenschläfer, vor die Kamera bekam und ich ihn zeigen konnte, habe ich ihn im Sommer häufig zwischen 21:30 und 23:00 Uhr beobachtet. Doch im nächsten Sommer tauchte er nicht wieder auf. Vor zwei Jahren hatte ich dann den vorerst letzten Kontakt: Ein toter Gartenschläfer vor unserem Haus.

Nun die große Freude! Zur gewohnten Zeit zeigte sich zunächst ein adultes Exemplar, kurze Zeit später flitzte ein Jungtier über die Kante des Sichtschutzzauns, viel zu schnell, um in einem scharfen Foto dokumentiert zu werden. Gut genug aber, um von der Meldestelle für Gartenschläfer als verifizierter Fund eingeordnet zu werden.

Auch ein zweiter „Frischling“ tauchte an diesem Abend in respektablen Abstand – etwa 5 Minuten – zum erwachsenen Tier auf. Das war am 25. Juli. Gestern, am 30. Juli, haben wir noch zwei weitere Geschwister auf dem Weg vom Dach in den Garten beobachten können.

Ich hoffe, dass ich sie irgendwann gut einfangen kann – mit der Kamera. Bis dahin sollten sie ein wenig vertrauter mit ihrer Umgebung sein und etwas langsamer auf Futtersuche flitzen.

Gartenschläfer (Eliomys quercinus) sind hier im Raum Wiesbaden recht verbreitet. Vor einigen Jahren wurden sie in der Nähe zusätzlich auch ausgewildert. Wir geben ihnen gern ein Zuhause.

Foto vom 25. Juli 2022, Wiesbaden- Nordenstadt (Hessen)

FRITZ, DER GORILLA – Biografie eines fazinierenden Menschenaffen

Nicht nur über Fritzens bewegtes Leben – soweit bekannt – wird hier erzählt, sondern parallel über die Entwicklung in den europäischen Zoos im Umgang mit Menschenaffen, angefangen bei den üblen Jagden nach Jungtieren, dem zumeist tödlichen Transport nach Europa und dem Umwissen der Zoodirektoren, der Tierpflegerinnen und -pfleger über die Bedürfnisse und Nahrungsgewohnheiten der wenigen lebend angekommenen Exemplare.

Die Persönlichkeit des charismatischen Gorillas Fritz, der eine Zeit lang der älteste Zoobewohner seiner Art in Europa war, hat Jenny von Scherer zu diesem Buch inspiriert. So begann ihre Suche nach Unterlagen und Zeitzeugen aus dem Leben des Silberrückens, dessen erste Lebensjahre nicht dokumentiert waren.

Aus vielen einzelnen Informationen setzt sich jedoch ein Bild zusammen wie es damals war, als Fritz in Kamerun gefangen wurde. Eine Zeit, in der Gorillagruppen gejagt und getötet wurden, um deren Babys zu fangen und als Attraktionen an europäische Zoos zu verkaufen. Beschämend ist, dass es Ereignisse aus den 1940ern bis 1960ern sind, keineswegs 100 oder 200 Jahre alte Vorkommnisse. Es zeigt auch, wie die Babys oder Jungtiere aus ihren Familienverbänden herausgerissen und traumatisiert wurden, verschifft ohne eine intensive, tiergerechte Betreuung in engen Kisten in eine fremde Welt.

Im Zoo angekommen, stießen sie dann auf Menschen, die die Vegetarier mit Bananen, Hammelfleisch und Weizenbier fütterten und keine Kenntnis davon hatten, welche sozialen Bindungen zum Überleben und Gedeihen notwendig waren.

Fritz hatte nach einigen Jahren in Deutschland das Glück, zu Menschen zu kommen, die versuchten, in angemessener Weise mit ihm umzugehen.

Über diese Jahre erfährt die Autorin von Zeitzeugen, in deren Erzählungen jedoch immer wieder deutlich wird, wie sich der Umgang und Haltung mit den Gorillas im täglichen Zoobetrieb geändert hat.

Mit der Einführung des europäischen Erhaltungszuchtprogramms im Jahre 1985 und dem Verbot vom Handel mit Wildfängen hat sich zwar vieles verändert, die Frage, ob die Haltung solcher Arten in Tiergärten noch zeitgemäß ist, wird weiterhin diskutiert und im Buch nachgegangen.

Fritz hat jedenfalls zum Gelingen des Erhaltungszuchtprogramm mit etwa 40 Nachkommen beigetragen. Einige davon werden hier vorgestellt und charakterisiert. Manche ähneln in ihrem Vater, der durch sein Verhalten zu einem faszierenden Individuum wurde und dem zu Recht dieses Buch gewidmet ist.

Fritz, der Gorilla, ist ein lesenswertes Buch, in dem Jenny von Sperber mit großer Empathie von dessen Leben und Verhalten erzählt. Es ist aber auch die Geschichte der Tiere als Opfer menschlicher Sensationslust und Gier aus unterschiedlichen Motiven – manche erscheinen davon sogar redlich.

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Jenny von Sperber. FRITZ, DER GORILLA – Biografie eines faszinierenden Menschenaffen

HIRZEL VERLAG (2022)

Bibi Dumon Taks GROSSE VOGELSCHAU

Eines der am aufwändigsten produzierten Bücher der Niederlande ist das fünfbändige Werk „Nederlandsche Vogelen“, erschaffen in den Jahren 1770-1829. Begonnen wurde es von Cornelis Nozemann und Christian Sepp. 200 in den Niederlanden brütende Vogelarten wurden beschrieben und mit 250 Illustrationen in handkolorierten Kupferstichen dargestellt.

Bibi Dumon Tak hat 30 Arten mit den originalen Illustrationen in ihre Große Vogelschau aufgenommen und mit aktuellen Texten versehen.

Die Abbildungen sind der Ausgabe entnommen, die in der Königlichen Bibliothek in Den Haag aufbewahrt wird. Die Autorin verweist deshalb auf dieses Exemplar, da jede einzelne Illustration von Hand koloriert wurde und so Unterschiede in der Farbgebung bei den verschiedenen Exemplaren durchaus üblich sind.

Wie der Untertitel dieses großformatigen Buches – „Von Luftakrobaten, Überfliegern und Krachmachern“ – erahnen lässt, sind die Texte für Kinder ab 9 Jahren gedacht. Sie erscheinen als gut verständlich und teilweise amüsant. Dabei werden die Vogelarten aus heutiger Sicht und Kenntnis beschrieben. So unterscheiden sie sich von der Originalversion, in der die Rohrweihe als Hühnerkükenräuber nicht gern gesehen wurde und eine Prämie für den Abschuss ausgelobt war. Einige Arten wurden als essbar bezeichnet und empfohlen, die Eier zum Verzehr zu sammeln. Inhalte, die, wären sie heute geschrieben, Empörung und massive Entgegnungen von Tier- und Naturfreunden erzeugen würden. So setzt sich Bibi Dumon Tak im „direkten Dialog“ mit Cornelis Nozeman auseinander, der anfänglich die ersten Texte schrieb und die Regeln für das „Nederlandsche Vogelen“ aufstellte: Nur in den Niederlanden brütende Vögel sollten darin aufgenommen werden, die Vögel sollten der Reihe nach – so wie sie bei Nozeman eingingen – beschrieben werden. Dies bedeutete, dass neben dem Vogel auch ein Nest und ein Ei nachgewiesen sein musste. Aus diesen Vorgaben ergab sich, dass das Original keiner Systematik nach den verschiedenen Ordnungen der Arten folgt, sondern den Regeln Nozemans entsprechend als chaotisch zu bezeichnen ist. Diese Reihenfolge wird auch in diesem Buch bei den 30 von 200 Arten eingehalten.

Copyright der deutschsprachigen Ausgabe © 2018 Gerstenberg Verlag

So beginnt die Schau mit dem Eichelhäher und endet mit dem Höckerschwan. Alle, in diesem Buch aufgeführten Arten brüten auch in Deutschland, darunter seltene wie die Uferschnepfe und das millionenfach vorkommende Rotkehlchen. Erfreulich ist, dass einige – den Kindern sicherlich unbekanntere Arten – beschrieben werden (Uferschnepfe, Raubwürger), Vögel, die die meisten von ihnen sicherlich noch nie gesehen haben. Andererseits sind Buntspecht, Zaunkönig , Weißstorch und Fasan dabei. Kohl- und Blaumeise sowie Sperling, Amsel, Schwalben oder Mauersegler sucht man allerdings vergebens. Die Auswahl erscheint recht willkürlich, auch wenn unter dem Motto des Untertitels die Besonderheiten im Vordergrund stehen. Zum Beispiel die Intensität des Hämmerns des Buntspechts, der durch einige Besonderheiten am und im Kopf bei seiner Nahrungssuche keine Gehirnerschütterung bekommt.

Ein Buch nicht nur für Kinder, mit aktuellen Informationen, die jeden Naturfreund begeistern können, und mit den großartigen Illustrationen, die vor 200 bis 250 Jahren geschaffen wurden – den Regeln Nozemans entsprechend oftmals mit Nest und Ei gezeichnet, gestochen und koloriert.

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Bibi Dumon Taks GROSSE VOGELSCHAU, erschienen im Gerstenberg Verlag (2018), übersetzt von Meike Blatnik, Hardcover, fadengeheftet, Format: ca. 28 x 38 cm

Originaltitel: Het heel grote vogelboek

Eltville am Rhein: Sektstadt, Rosenstadt und Gutenberg ist auch präsent

Neben der Bezeichnung „Wein- und Sektstadt“ ist Eltville als „Rosenstadt“ bekannt und eine von 19 Rosenstädten und -dörfern in Deutschland.

Besonders zahlreich sind die Rosen im Rosengarten vor der Kurfürstlichen Burg und an der Rheinpromenade.

Hier eine Blüte von einer der rund 22.000 Rosenstöcke, die in 350 Sorten hier vertreten sein sollen:

Und in einer ablegenen Stelle im Rosengarten befinden sich noch die Überbleibsel aus dem Gutenbergjahr 2018 – Gutenberg starb im Jahr 1448 – drei von 165 Figuren die zur Installation von Konzeptkünstler Ottmar Hörl gehörten.

Fotos von einem kurzen Ausflug nach Eltville am 10.06.2021. Maskenpflicht in der Fußgängerzone „Schwalbacher Straße“, Außengastronomie wieder geöffnet.

Eltville, immer einen Ausflug wert:

Himmel über Eltville

Rhein Kilometer 511/512

Die Kurfürstliche Burg in Eltville

Der Rhein bei Eltville