Geschnatter

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Sie haben mächtig Rabatz gemacht, die graubraunen Afrikanischen Höckergänse am Wickerbach. Bellende Hunde hätten nicht eindringlicher und ausgiebiger Laut geben können.

Die Drohgebärden waren imposant. Letztlich blieben sie aber auf Distanz.

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Lt. Wikipedia gehört die Höckergans zu den Gänserassen, die auf die Domestizierung der Schwanengans (Anser cygnoides) in Nordostasien zurückgeht. Im 19. Jahrhundert wurde sie aus China oder Japan nach Europa eingeführt (sh. LINK)

Der „SV Deutscher Gänsezüchter von 1907“ beschreibt diese Species und erklärt den Namen „Afrikanische Höckergans“ damit, dass diese Vögel im 18. Jahrhundert aus Asien über Afrika (Madagaskar) nach Europa gebracht wurden. (sh. LINK).

 

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Stark gekürzte Version von Jonathan Swifts GULLIVERS REISEN, nacherzählt von Doron Rabinovici

20171022_114451Es ist eine hübsch anzusehende Ausgabe der Insel-Bücherei, die in diesem Jahr nacherzählt von Doron Rabinovici und illustriert von Flix als schmales Bändchen von 143 Seiten erschienen ist. Und die Seitenzahl macht es deutlich: gegenüber den verbreiteten deutschen Übersetzungen mit jeweils über 400 Seiten handelt es sich bei dieser Ausgabe um eine stark gekürzte Version des Swiftschen Romans von 1726. Andererseits beinhaltet diese Nacherzählung neben den ersten beiden Teilen des Werkes – auf die sich Erich Kästner bei seiner Nacherzählung für Kinder beschränkt hat – auch einige wenige Sequenzen aus den Teilen 3 und 4.

Teil 1 – Reise nach Lilliput – und Teil 2 – Reise nach Brobdingnang – beschreiben Gullivers Abenteuer bei den Liliputanern und bei den Riesen. Es sind die Abenteuer, die den meisten von uns bekannt sind, besonders in der Kästnersche Version, aber auch als Kinderbücher anderer Autoren. Sie sind teils zum Schmunzeln, teils spannend von Erich Kästner nacherzählt. Ähnlich liest sich Doron Rabinovivis Fassung, obwohl offensichtlich nicht primär für Kinder nacherzählt. Die Diction Swifts, wie sie versucht wird, in den Übersetzungen von Kurt Heinrich Hansen ( Gullivers Reisen, Artemis und Winkler, 1958) oder Franz Kottkamp (Gullivers Reisen, Insel Taschenbuch it 58, 1974) im Deutschen beizubehalten, geht bei Rabinovici ebenso wie bei Kästner verloren. Bei Rabinovici werden zudem Begriffe, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in unserem Sprachgebrauch auftauchen wie „Freakshow“ für die zur Zeit übliche Kuriositätenshow auf Jahrmärkten oder ein Vergleich von Gullivers Situation bei den Riesen mit „ wie Vieh im Streichelzoo“ fernab der Swiftschen Zeit eingeführt. Wer es mag, soll es lesen. Unmöglich ist es jedoch wenn aus den langen Grannen der Ähren, die Gulliver bei seiner Flucht vor den Riesen zu Beginn seines Aufenthalts in Brobdingnang stechen, Garne werden.

Teil 3 – Reise nach Laputa, Balnibari, Luggnagg, Glubbdubdrib und Japan – und Teil 4 Reise ins Land der Houyhnhnms – beschränken sich dann auf weniger als ein Zehntel des Originals. Das reicht sicherlich, um einen groben Einblick und einen Überblick zu bekommen. Nur zu einem geringen Teil erfährt man hier, wie Swift die heimischen Verhältnisse kritisiert, welche Seitenhiebe er verteilt. Dazu gehört insbesondere die die Passage von Gullivers Besuch die große Akademie auf der Insel Balnibari, an der Wissenschaftler die eigenartigsten Forschungen betreiben, Projekte, die in ähnlicher Form zu Zeiten Swifts auf Unverständnis, Hohn und Spott stießen.

Wer sich nicht mit Ausgaben dieser Abenteuer von mehr als 400 Seiten befassen möchte, wem die Kurzfassung der ersten beiden Teile und ein paar Eindrücke der letzten Teile auf 30 Seiten genügt, dem dürfte diese Nacherzählung von Doron Rabinovici gefallen. Zudem ist sie sprachlich geglättet. Verloren gehen jedoch ein Großteil Swiftscher Satire und Kritik mit den wesentlichen Bezügen zur gesellschaftlichen und politischen Situation speziell im Vereinigten Königreich, aber die in Einzelheiten nachzuvollziehen , wird uns sowieso nur unvollständig gelingen.

Bevor man sich jedoch nichts von Gullivers Reisen liest, bietet sich dieses Bändchen für eine nicht so tiefgreifende Beschäftigung mit dem bekannten Werk an.

Jonathan Swift: Gullivers Reisen, nacherzählt von Doron Rabinovici, illustriert von Flix, Insel-Bücherei, 2017

— O —

siehe auch: Erich Kästner. Gullivers Reisen

Erich Kästner erzählt: Gullivers Reisen

20171022_114508Jonathan Swift hat vor fast 300 Jahren Gullivers Reisen als satirischen Roman geschrieben. Viel Hintergründiges, Bezüge zur damaligen Zeit und zu Personen des öffentlichen Lebens, können wir heute nicht mehr verstehen, ohne uns intensiv mit Politik und Gesellschaft des beginnenden 18. Jahrhunderts zu beschäftigen.

Erich Kästner erzählt die ersten beiden Teile des Romans, die – unfreiwilligen – Entdeckungen des Reiches der Lilliputaner und das der Riesen teils märchenhaft, teils als Abenteuer. 1939 ist diese deutsche Version von Swifts Travels into Several Remote Nations of the World in Four Parts By Lemuel Gulliver, first a Surgeon, and then a Captain of Several Ships erschienen.

In der Kästnerschen Version haben Gullivers Reisen vermutlich hundrttausende Kinder in Deutschland erreicht. Ich war eines davon.

Inzwischen umfasst meine „Sammlung“ neben diesem Exemplar eine englische Ausgabe auf dem Reader sowie das Inseltaschenbuch (it 58, 1. Auflage von 1974, mit Illustrationen von Grandville, übersetzt von Franz Kottenkamp), die Dünndruckausgabedes Artemis & Winkler Verlags (1996, übersetzt von Kurt Heinrich Hansen, ebenfalls mit den Illustrationen von Grandville) und das kürzlich erschienene Büchlein aus der Insel-Bücherei in der Nacherzählung von Doron Rabinovici, illustriert von Flix. Über die Version von Doron Rabinovici werde ich in Kürze berichten.

Bezogen auf die ersten beiden Teile gefällt mir die Erzählung von Erich Kästner bis heute am besten. Ich werde dieses Buch demnächst meiner neunjährigen lesebegeisterten Enkelin vorstellen und bin gespannt, ob diees Abenteuer interessant für sie sind.

— O —

Erich Kästner: Gullivers Reisen

nach Jonathan Swift. Illustrationen: Horst Lemke

Dressler Klassiker, erschienen im Cecilie Dressler Verlag, die vorliegende Ausgabe ist aus dem Jahre 1999

 

Kriemhildenstuhl – Wo die Römer Steine brachen

Unweit des nordwestlichen Stadtrands von Bad Dürkheim liegt der Kriemhildenstuhl, ein Steinbruch, im dem etwa 200 n.Chr. römische Legionäre Bundstandsteine abgebaut haben, die für Bauten nach Mainz geschafft wurden. Transportiert wurden die Steinblöcke per Schiff über das kleine Flüßchen Isenach, das damals bei Roxheim in den Rhein – wie er zu jener Zeit floss – mündete.

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Die Fundstelle ist seit dem Mittelalter bekannt und wurde fälschlich mit der Sagenwelt des Nibelungenliedes in Verbindung gebracht.  In der  Zeit des Nationalsozialismus gab es erfolglose Bestrebungen, durch Grabungen zu belegen, dass es sich bei dem Steinbruch um eine altgermanische Kultanlage gehandelt habe. Römische Legionäre haben ihre Namen hier in den Stein eingeritzt.

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Gettonius, Ursus und Dossus, Soldaten der Legion XXII, die in Mainz stationiert war, haben sich hier verewigt

Ob es diese drei waren, die auch Pferde, Feldzeichen und andere Felsenbilder geritzt und geschlagen haben, ist nicht nachweisbar. Das kleine Pferd ist jedenfalls gut gelungen. Wie plastisch das Pferd aus dem Stein herausgearbeitet wurde, ist auf dem Foto am Schatten unter dem Bauch zu erkennen.

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Auf etlichen Tafeln ist die Geschichte des Steinbruchs und die Arbeitsweise der Römer beschrieben. Werkzeuge sind abgebildet und vieles, was es an Zeichen und Bildern zu entdecken gibt. Obwohl mit den Tafeln insbesondere Kinder angesprochen werden, waren die Informationen auch für unsere Wandergruppe äußerst interessant. (Ein Ausschnitt aus dieser Tafel ist am Ende des Beitrags aufgeführt)

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Und Informationen gab es rund um diesen Steinbruch jede Menge:

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Aus der Römerzeit  und den Zeiten vor mehreren 100 Millionen Jahren als diese Gesteinsformationen entstanden wird man dann allerdings herausgerissen, wenn der Blick auf die rechte Wand des Steinbruchs fällt. Dort befindet sich eine Gedenktafel aus dem 20. Jahrhundert-

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Zum Gedenken der im I. Weltkrieg gefallenen Mitglieder des Pfälzer Waldvereins

Der Kriemhildenstuhl hat seinen Namen wahrscheinlich daher, weil sich dieser Steinbruch wie ein überdimensionierter Stuhl eines weiblichen Riesen in den Berg einfügt. http://www.waltervundepalz.de/urlaub/pfalz/bad-duerkheim/wandern/kriemhildenstuhl

 

Screenshot_2017-08-20-09-36-07Wir trafen auf diese geschichtsträchtige Stelle bei einer Wanderung mit Ausgangspunkt am Schützenhaus Bad Dürkheim im Retzerwald  oberhalb von Bad Dürkheim. Weitere sehenswerte Stationen dieser Tour waren die Kaiser Wilhelm Höhe, der Teufelstein und der imposante Bismarckturm.

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Bismarckturm bei Bad Dürkheim

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Übrigens: Das Pferd:

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Man muss genau hinsehen, um es zu entdecken

Audrey Harings: CanGu auf der Suche nach Saphir

20171022_114206Die kleine Hündin Gucci und der ehemalige Straßenköter Streuner leben bei Familie Jansen und die fliegt im Sommer ganz weit weg in die Ferien. Streuner und Gucci dürfen in dieser Zeit Ferien auf dem Bauernhof bei Frau Müller machen. Dort waren sie schon einmal im letzten Jahr. In CanGu und die Kuchenkrümel hat Audrey Harings darüber geschrieben. Auf dem Bauernhof treffen sie auch ihre alten Freunde, Frau Müllers Katzen, Canelo und Topo. Bei Spielen auf der Wiese lernen sie ein freches Eichhörnchen namens Hopsi kennen, das sie zu einem verlassenen Katzenbaby führt. Gucci adoptiert das Katzenbaby und nennt es Saphir.

Durch ein Unglück gerät Saphir in das Kanalisationsnetz der Stadt und die vier Freunde plus Hopsi machen sich auf die Suche nach dem kleinen Saphir. In der Kanalisation erleben alle große Abenteuer, für Saphir wird es auch lebensgefährlich. Mit Unterstützung der Kanalisationsbewohner gelingt es, Saphir zu retten.

Die Mission CanGu – so nennen die Freunde ihre Such-und Rettungsaktion unter Leitung von Canelo und Gucci – geht zum Glück gut aus.

Audrey Harings erzählt in diesem Buch eine spannende Geschichte. Trotz aller Unterschiede zwischen Hunden und Katzen bilden die vier Freunde mit Hopsi ein starkes Team, das in kritischen Situationen zusammenhält. Und auch das Eichhörnchen, das zunächst recht frech zu Gucci, Streuner, Canelo und Topo war, wird Teil dieses Freundeskreises.

Für kleine Leseratten ab acht Jahren ist dies eine tolle Geschichte. Nur werden sie manchmal Schwierigkeiten haben, einzelne Redewendungen oder Wörter zu verstehen. Dass mit „sich erbost echauffieren“ „sich mächtig aufregen“ gemeint ist, werden sie möglicherweise aus dem Zusammenhang verstehen oder sie lassen es sich von Eltern oder Großeltern erklären (wenn die denn wissen, was sich echauffieren bedeutet). So gibt es rund ein Dutzend Stellen (Dutzend = 12), die für Kinder in diesem Lesealter hätten verständlicher dargestellt werden können, aber das schmälert sicher nicht Spannung oder Lesefreude.

Das Taschenbuch ist mit Illustrationenvon Stefanie Ziermann und Sabine Marie Körfgen  ausgestattet und im Verlag AH Tales and Stories S.L. erschienen (2017).

Im Anschluss an das Abenteuer um CanGu gibt es in diesem Buch noch zwei Leseproben aus einer anderen Buchreihe, die Audrey Harings für Kinder gleich Alters geschrieben hat.

Mehr über die Aurorin und ihre Bücher:  www.audreyharings.com