A good Hock keeps off the doc

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Wenn das Sprichwort bei den britischen Royals noch Gültigkeit hat, brauchen sie sich um ihre Gesundheit keine Sorgen zu machen: Die Rieslingsreben am Königin-Victoriaberg auf dem Hochheimer Territorium haben gut angesetzt.

Um das Königin-Victoria-Denkmal herum wächst die nächste Ernte heran. Und es sieht gut aus, dass die königliche Familie wiederum einen guten Tropfen in ihre Keller und Kehlen bekommt.

Das Denkmal, das zu Ehren der damaligen Queen 1854 vom damaligen Eigentümer des Wingerts enthüllt wurde, befindet sich zwischen Flörsheim und Hochheim oberhalb der Bahnstrecke und ist von dem Weg nördlich der Bahnstrecke zu sehen.

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Eine Tafel am Weg beschreibt die Geschichte:

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Wie der 2018er Hochheimer Königin Victoriaberg Riesling ausfällt, liegt in den Händen der Fachleute des Weinguts Flick in Wicker.

Ein guter Rat steht denn auch nicht im Widerspruch zu dem Sprichwort aus der victorianischen Zeit und ist der derzeitigen Queen und ihrer Family ebenso zu empfehlen:

Save Water. Drink Riesling

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Ein Werkeverzeichnis der besonderen Art: ULRIKE EICHHORN: PALLADIO-ALDINEN, VOL. 3, PALLADIOS WERKSCHAU

IMG_7881Ein vollständiges Werkverzeichnis eines der bekanntesten italienischen Architekten der Renaissance, Andrea Palladio (1508-1580), ist in diesem kleinformatigen Taschenbuch (Oktav-Format der Aldinen) in Worten, Plänen des Architekten und Fotos zusammengefasst. Nicht alle Projekte, die in diesem Verzeichnis aufgeführt sind, wurden verwirklicht. Ein Teil der Bauten, von denen einige erst nach dem Tode Palladios entstanden sind, existiert nicht mehr. Die noch vorhandenen wurden im Laufe der Jahrhunderte ergänzt oder umgebaut. Einige Pläne wurden von den Bauherren bereits bei der Entstehung geändert oder nur teilweise ausgeführt.

Ulrike Eichhorn gibt einen umfassenden Überblick über die Geschichte der Gebäude, wobei es sich sowohl um Villen als auch um Stadthäuser und Fassaden , Basiliken, Bürgerhäuser, Brücken- und Wasserbauprojekte, Theaterprokekte, Portale, sakrale Bauten, Grabaltäre und andere Projekte handelt. Zudem sind einige Bauten und Projekte aufgeführt, die Palladios Werk nicht mit Sicherheit zuzuordnen sind.

Dieses Buch ist kein Bildband sondern ein sorgfältig recherchierter Führer durch das Werk Palladios. Zusammen mit einem Verzeichnis der Bauherren, einer kurzgefassten Biografie, einer Zeittafel von 1500-1580 und dem Werkverzeichnis in Tabellenform ergibt dieser dritte Band der Palladio-Aldinen ein Kompendium zur Vorbereitung einer Exkursion zu den dargestellten Bauwerken oder dient bei einer solchen als Führer zu den beschriebenen Orten. Aber auch das Lesen der Historie der Bauten und das Betrachten des Bildmaterials bereitet hohen Genuss.

Für die Reise an diese Stätten kann sogar eine Datei auf Smartphone oder Tablets installiert werden, die auf einer Landkarte die Orte lokalisiert und nochmals eine Werksübersicht aufführt.

In den zuvor erschienen Bänden dieser Reihe werden „Die Palladio im Veneto – Vol. 1“ und „Die Palladio in Rom – Vol. 2“ beschrieben.

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Ulrike Eichhorn: Palladio-Aldinen Vol. 3 – Palladios Werkschau (Edition Eichhorn, 2018)

Als „Vol. 3“ schließt sich die Numerierung der Seiten den ersten beiden Bänden an, deshalb umfaßt das „Vol. 3“ neben dem Vorwort und dem Anhang, die beide mit römischen Ziffern numeriert sind, die Seiten 584-996.

Ich nenne ihn den „Wisper-Fingerhut-Pfad“

IMG_8300-001Mit großem Aufwand und erheblichen Kosten wird zur Zeit das Projekt „Premiumwandern im Wispertaunus“ umgesetzt. Die ersten beiden Etappen des 44,2 Kilometer langen Streckenwegs sind freigegeben, ebenso wurden Rundwander-, Spazierwander- und Zuwege eingerichtet und teilweise bereits ausgeschildert. Alte Wanderwege behielt man bei, aber auch neue wurden teils mit brachialer Gewalt ohne Rücksicht auf die Vegetation in das Schiefergestein gebrochen und gefräst,  und so ragen – unschön anzusehen – von etlichen Kiefern und Fichten die freigelegten Wurzeln in die Wanderwege hinein.

Die zahlreichen Pflanzen des Roten Fingerhuts (Digitalis purpurea) entschädigen jedoch für das rüde Vorgehen des schweren Geräts auf einigen Teilen des Weges und die Natur wird in wenigen Jahren die geschlagenen Wunden überdeckt haben.

IMG_8254Wir wanderten auf dem Wispertaunussteig von einem kleinen Parkplatz im Wald südöstlich von Dickschied, vorbei am Falkenhof des berühmten Kochs Franz Keller zur ehemaligen Wehrkirche in Dickschied, die schon über 800 Jahre sein soll. Von dort auf alten Wanderwegen nach Norden zum Hexenmüllerplatz. Auf dem Weg nach Norden zum Wispersee folgten wir wieder den Zeichen des Wispertaunussteigs. Anschließend ging es  auf der anderen Seite der Wisper zurück zum Hexenmüllerplatz und weiter auf dem Steig nach Süden zurück zum Startpunkt.

Auf fast jedem dieser gut 16 Kilometer gingen wie vorbei an den Fingerhüten, die teils auf saftigen Wegesrändern wuchsen,

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teilweise aber auch dabei waren auf kargem, steinigen Boden Fuß zu fassen.

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Mich hat auf dieser Wanderung die große Zahl des Roten Fingehuts beeindruckt. Die Giftigkeit und die Verwendung in der Pflanzenheilkunde ist allgemein bekannt und so verlinke ich an dieser Stelle lediglich mit zwei Artikeln:

– Roter Fingerhut (Wikipedia),

– Hochwirksames Herzmittel aus der Natur (NABU),

 

SCHELLEN-URSLI – Ein Engadiner Bilderbuch, erzählt von Selina Chönz mit Bildern von Alois Carigiet

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Es scheint ein vollkommenes Idyll zu sein: Das Engadin mit seinen gepflegten Bauten und Anwesen, eingefügt in eine pittoreske Landschaft. Mit alten Bräuchen wie dem Fest der romanischen Kinder, die den Winter ausschellen.

Doch für die Familie von Ursli, dem „Bergbub“, und die Familie ist das Leben nicht so einfach. In dem alten Haus am Rande des Dorfes strickt, spinnt und webt die Mutter die Kleidung für den Sohn.

„Der Vater nagelt Urslis Schuhe und schafft für ihn fast ohne Ruhe.“

„Der Ursli hilft dem Vater recht und dient ihm wie ein kleiner Knecht.“

Aus diesen Zeilen ist zu lesen, dass das Leben in dem Dorf nicht einfach ist, aber Ursli und dessen Eltern scheinen zufrieden zu sein.

Traurig wird Ursli jedoch, als der Umzug für das Ausschellen vorbereitet wird. Er ist der Kleinste und soll mit der kleinsten Schelle beim Umzug der Letzte sein. Von den anderen, denen mit den größeren Schellen, wird er gehänselt, Tränen fließen bei unserem „Bergbub“. Denn zu den Letzten zu gehören, bedeutet nicht nur kleine Kälberschelle zu haben, sondern auch leer auszugehen, wenn der Schar von den Dorfbewohnern für das Ausschellen des Winters mit Nüssen, Schnitz und Kuchenbrocken gedankt wird.

„Mit Kälberschellen, hintendrein, gehen sie mit leeren Taschen heim.“

Doch noch rechtzeitig bevor das Ausschellen beginnt, hat Ursli eine Idee. In einem nächtlichen Abenteuer sucht er einen Ausweg, begibt sich in große Gefahr und bereitet seinen Eltern große Sorgen.

Und dann, am nächsten Tag: „Nun ist der Glockenumzug da, und wer geht vorne dran? Hurra!“

Und so ist die Welt im Engadin wieder in Ordnung, für Ursli und seine Eltern – ein vollkommen scheinendes Idyll.

Die Verse dieser Geschichte wurden von der Engadiner Dichterin Selina Chönz liebevoll geschmiedet. Der Maler Alois Carigiet illustrierte den Text so, dass ein lesens- und sehenswertes Büchlein daraus entstanden ist – „frei von oberflächlicher Süssigkeit und altkluger Moral“ (im Geleitwort von Jon Pult geschrieben).

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Erschienen im Orell Füssli Verlag AG, 2013 in der 13. Auflage, inzwischen sind weitere Auflagen erschienen

Uorsin“ war die Originalversion des Schellen-Ursli und wurde 1945 auf Oberengadiner Romanisch veröffentlicht.“ (Wikipedia „Selina Chönz“)

Mehr zu Alois Carigiet: hier

Nachtrag zum Post „Der eingesponnene Apfelbaum“

Die Apfel-Gespinstmotte hat nun als „Apfelbaumgespinstmotte“ einen Platz in der lokalen Presse erobert.

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Das nachstehende Foto zeigt, weshalb zum jetzigen Zeitpunkt keine Bekämpfung mehr möglich ist. Die fressenden Raupen sind verschwunden, der Baum ist wieder voll ergrünt. Blühen wird er in diesem Jahr nicht mehr. Früchte tragen demnach auch nicht. Das Foto ist genau vier Wochen nach dem Tag aufgenommen worden, an dem ich den eingesponnenen Baum fotografiert habe.

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13.06.2018

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16.05.2018

Zum Post vom 17.05.2018: hier

Das zarte Blau des Wiesen-Storchschnabels

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Auf den Wiesen der Umgebung blüht es blau. Ein überwiegender Teil des Blaus ist den Blüten des Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense) zuzuordnen.

Mir gefällt auch die Form des Krauts.

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Scan0012.2Der „Namensgeber“ der Pflanze, ist die Frucht, die die Form eines Storchschnabels hat.

13. Juni 2018,  Mainhausen-Zellhausen, am Flugplatz (Hessen)