Nicht in Bayern wanderten wir, sondern in Unterfranken

Es ist jedes Mal wieder eine kleine Diskussion wert, wenn wir über die hessische Landesgrenze hinaus in Bayern eindringen. Am Spessartrand im Landkreis Aschaffenburg wollten wir wandern – und die Gegend wird bekanntlich als Unterfranken bezeichnet. Das musste zunächst geklärt sein.

Wegen der sommerlichen Temperaturen hatte Karl eine Tour geplant, die uns zum größten Teil durch schattigen Wald führte und recht leicht zu wandern war.

Wir starteten am Schluchthof am Rande von Kleinostheim Richtung der Ortschaft Rückersbach. Der Weg führte fast fünf Kilometer durch die Rückersbacher Schlucht, einer für diesen Tag angenehm kühlen Strecke.

IMG_6684

In der Rückersbacher Schlucht

Nicht in Sichtweite, aber in der Nähe des Weges in einem Seitental liegt ein alter Steinbruch, der um 1900 in Betrieb war. Das „Hexenhäuschen“ ist noch ein Überbleibsel aus der Zeit. Es diente als Schutzhütte für die Arbeiter.

IMG_6683

Hexenhäuschen

Nach einer guten Stunde erreichten wir den Ortrand von Rückersbach und rasteten kurz am deutsch-französischen Partnerschaftsplatz, dem Place de L’AMITIE.

IMG_6691

PLACE DE L’AMITIE

IMG_6694

Rast auf dem PLACE DE L’AMITIE

Wir verließen Rückersbach in Richtung Hörstein….

P1080581

Rückersbach ade!

…….und trafen dieses geschnitzte Männlein am Wegweiserstandort „Siebenwege“, das da offensichtlich seit 1991 im Walde steht und das Wegkreuz beobachtet.

IMG_6697

Ein Männlein steht im Walde….

In fünf Richtungen geht es an diesem Wegekreuz.

IMG_6700

In fünf Richtungen geht’s bei Siebenwege

Ein schattiger Platz, um an diesem sonnigen Sommertag ein kleines Päuschen einzulegen

IMG_6705

Rastplatz Siebenwege

Aus dem Wald heraus wanderten wir leicht bergab durch Weinberge Richtung Main und A45. Wir blickten in die Mainebene, sahen in der Nähe das Kohlekraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg, am Horizont im Dunst die Skyline von Frankfurt mit dem Taunus.

IMG_6712

Blick in die Mainebene

Schließlich erreichten wir unser Ziel, den Schluchhof, Restaurant und Hotel.

20170620_144936-1

Der Schluchthof am Rande von Kleinostheim, am Auslauf der Rückersbacher Schlucht

Hier wurden verbrauchte Kalorien und Flüssigkeit wieder aufgefüllt.

20170620_152632

Etwas mehr als 15 Kilometer wanderten wir ohne Anstrengung dank größtenteils im Schatten verlaufenden Route, eine herrliche Sommerwanderung!

Hier die Tour, wie sie Runtastic aufgezeichnet hat:Screenshot_2017-06-21-20-50-41

Alexander Kraft: 33 schönste Radtouren RHEIN-MAIN – Radeln von leicht bis weit rund um Frankfurt

20170628_084608Ein breites Spektrum von 33 unterschiedlichen Touren wird in diesem Buch beschrieben. Wer gemütlich und mit wenig Anstrengung radeln möchte, findet hierin ebenso Strecken wie diejenigen, die längere Touren lieben und auch vor Anstiegen nicht zurückschrecken. Im Taunus, dem Rheingau und der Bergstraße liegen die Routen mit bis zu 1000 Höhenmetern, im Regionalpark Rhein-Main ist das Terrain bekanntlich flacher. Dabei beinhaltet der Führer das Gebiet, das im Norden bis in den Vogelsberg nach Lich und Hungen reicht, im Süden bis Heppenheim im Odenwald. Eltville und Bad Schwalbach im Westen sowie Aschaffenburg und Gelnhausen im Osten sind die Orte, zwischen denen Radtourer sich mit diesem Büchlein bewegen können. Bei allen Touren wird auf die schönsten, interessantesten Orte und Sehenswürdigkeiten hingewiesen. Streckenprofil und Kilometerangaben sind als Grafiken aufgeführt. Selbstverständlich werden Einkehrmöglichkeiten genannt. Wie von den Wanderführern des Verlags bekannt, fehlen nicht die Tipps zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Liste der Fahrradläden, Informationsstellen und Übernachtungsmöglichkeiten befindet sich am Ende des Buches.

Die 33 Touren sind in acht Kategorien unterteilt, so zum Beispiel in „Radeln mit Kindern“, „Radeln für Ausdauernde“ oder „Radeln an Flüssen und Seen“. Es ist wirklich für Radler unterschiedlichster Interessen und Bedürfnisse die richtige Tour für einen tollen Ausflug zu finden. So wird auch die Regionalpark Route in vier Abschnitten und einer Tour im Pilotgebiet beschrieben.

Dem Buch liegt die Radtourenkarte Rhein-Main bei, in der sämtliche Touren eingezeichnet sind, und bei einem Maßstab von 1:100.000 genügend übersichtlich ist, um sich danach zuverlässig zu orientieren. Auf der Rückseite dieser Karte sind noch einmal alle Touren mit den Zwischenzielen und Abzweigungen sowie den dazugehörigen Kilometerangaben beschrieben.

Mit diesem Duo von Buch und Karte ist man auf richtigen – und schönen – Routen unterwegs. Alexander Kraft ist es gelungen, in Wort und Bild Begehrlichkeiten für Ausflüge zu wecken, die zu bisher noch nicht gefahrene Routen führen.


Der Radtourenführer mit der Radtourenkarte ist im Peter Meyer Verlag erschienen

„Aktion Eichhörnchen“ – „Denk daran, schaff Vorrat an“

Daran habe ich mich heute erinnert: „Aktion Eichhörnchen“ und den Slogan  „Denk daran, schaff Vorrat an“. (Wenn ihr euch nicht erinnern könnt, habt ihr vermutlich die 60er des vorigen Jahrhunderts nicht bewußt oder noch gar nicht erlebt.) Ich habe meine diesjährige Aktion hiermit gestartet:

20170612_144409-001

Nachdem die Aktion mit Start 1961 nicht sonderlich erfolgreich war, habe ich mich köstlich amüsiert, als im letzten Jahr in der „Konzeption zivile Verteidigung“ des Bundesinnenministeriums dieser Vorschlag wieder auftauchte.

Marmeladenmäßig übererfülle ich jedenfalls die „10-Tage-Vorrat-Empfehlung“. Bei Sorte „Erdbeere“ beträgt der Vorrat etwa 40 Wochen.

Nicht nur der Weg, der Wispertalsteig, war das Ziel, sondern auch die Laukenmühle

Als wir im November 2015 den Wispertalsteig entlangwanderten, war die Laukenmühle bereits einige Monate geschlossen und es sah so aus, dass das Lokal nicht wieder eröffnet würde. So war die Freude groß, als wir in der Zeitung lasen, dass dort doch wieder die berühmten Wispertalforellen zu verzehren wären.  Kein Wunder, dass Karl die nächste Wanderung um diesen Ort herum plante.

Zudem war inzwischen auch die zweite überarbeitete Auflage des Wanderführers „Die beliebtesten Wanderwege der Hessen“ von Annette Sievers erschienen, die genau die Route, auf der wir wandern wollten, beschreibt. Für mich Anlass, anhand des Büchleins die Routenbeschreibung und die dort genannten markanten Punkte mit der Realität zu vergleichen.

Da wir die Wanderung in der Laukenmühle ausklingen lassen wollten, wählten wir als Ausgangs- und Endpunkt den Parkplatz zwischen dem Restaurant und dem Mühlrad.P1080493

IMG_6541Auf dem Weg hoch nach Espenschied gerieten wir das erste Mal ins Schwitzen. Für einige von uns war Omas Ruh schon einen Ausblick und ein kurzes Verschnaufen wert. Der nette kleine Gag mit der Schreibweise auf dem Schild hatte sich seit dem letzten Jahr noch nicht geändert, so dass wir sicher sein konnten, den richtigen Ausblick gefunden zu haben.

Von der kleinen Bank gibt es einen herrlichen Ausblick in die grüne Umgebung.

IMG_6543Außer der Bank bei Omas Ruhe bot sich auf dem Weg noch eine andere Sitzgelegenheit an, die jedoch niemand von uns nutzen wollte, auch nicht nutzen konnte, da sie rechts des Weges in einem eingezäunten Garten platziert war.P1080511.JPGNach einer kleinen Rast unter einer Kastanie auf dem Dorfplatz von Espenschied ging es  Richtung Kirche St. Nikolaus mit dem markanten Dachreiter. Die Kirche ist eine Filialkirche des Klosters Schönau, das in der Gemeinde Strüth (Teil der Verbandsgemeinde Nastätten) liegt.P1080518-002.JPGNeben dem barocken Altar fallen besonders die Kanzel und die beiden Seitenaltäre auf, rechts der Heilige Josef, links Maria mit Kind, beide vom Mainzer Bildhauer Johann Georg Bitterich geschaffen, von dem in und um Mainz herum etliche Werke in Kirchen zu finden sind.IMG_6554Wir verabschiedeten uns von Maria und Josef und hinein ging es in die Welt der Pusteblumenwiesen………IMG_6559.JPG……… zum nächsten markanten Punkt, dem Saurierfelsen, der zu einer kleinen Trinkpause mit Ausblick einlud.IMG_6567 Nach einem kurzen Stück bergab zum Werkerbrunnen, der in vergangenen Jahrhunderten berühmt für sein eisen- uns säurehaltiges Heilwasser war,…..IMG_6572.JPGIMG_6570.JPG….ging es mächtig bergauf. Hätten wir nur von dem guten Wasser getrunken, denn was nun kam, trieb uns verbliebene Flüssigkeit aus den Poren, denn: „Danach beginnt auf einem schmalen Steig ein romantischer, aber anspruchsvoller Aufstieg aus den Sauerbornbachtal heraus.“ (Quelle: Annette Sievers, Die beliebtesten Wanderwege der Hessen, Peter Meyer Verlag). Dazu sage ich: Jawohl Annette Sievers!

Irgendwann war auch dieses Teilstück geschafft und wir konnten uns auf der roten Ruhebank regenerieren, auch hier wieder mit einem herrlichen Blick in die Landschaft.IMG_6579.JPGIMG_6578-001Danach war weiter entspanntes Wandern angesagt. So fiel eine Elsbeere auf, die sich an einen Baum an der gegenüberliegenden Wegseite anlehnte. So auch beschrieben im bereits mehrmals zitierten Wanderführer und das war ein Bild, dass ich bei der letzten Wanderung noch nicht wahrgenommen hatte.IMG_6581.JPGWährend ich dieses Pärchen noch fotografierte, beobachteten meine Mitwanderer, wie ein junge Blindschleiche über den Weg huschte – schneller, als derFotoapparat gezückt werden konnten. Manches Motiv ist dann doch zu schnell.

Von der nächsten Ruhebank blickten wir nach Rheinhessen mit dem verspargelten Soonwald.IMG_6586Vorbei an Relikten des Reichsarbeitsdienstes…..IMG_6592.JPG……gelangten wir schließlich durch den steinernen Torbogen zum Parkplatz.

Zum Schluss haben wir erfahren, auf welchem Territorium wir uns befunden haben: Wir hielten uns im Freistaat Flaschenhals auf, das Stückchen Deutschland, das bei der Rheinlandbesetzung nach Ende des I.Weltkrieges unbesetzt blieb.P1030215

Nun denn, wir sind im Jahre 2017. Der Freistaat Flaschenhals ist Geschichte, die Laukenmühle wiedereröffnet. Zeit, den Flüssigkeitshaushalt wieder in Ordnung zu bringen und verbrauchte Kalorien nachzuführen – beides in der Laukenmühle.

STRECKE und DATEN: ca. 16 Kilometer, 676 Höhenmeter:Screenshot_2017-05-19-11-48-18

Ein Nachwort zur Beschreibung der Route in „Die beliebtesten Wanderwege der Hessen“: Die Beschreibung eignet sich vorzüglich zur Vorbereitung der Wanderung. Auf die meisten markanten Punkte wird hingewiesen. Selbstverständlich können auf den wenigen Seiten nicht alle Sehenswürdigkeiten und Ereignisse, die sich am Rande der Route zugetragen haben, erwähnt werden. So gibt es für die Wanderer noch einiges darüber hinaus zu entdecken. Die Streckenführung ist gut beschrieben und so könnte man sicherlich ohne eine zusätzliche Wanderkarte auskommen. Aber wie es Leute gibt, die das Herabrutschen ihrer Hose mit Hosenträger und Gürtel vermeiden, sind wir zusätzlich mit einer Karte größeren Maßstabs ausgestattet gewesen. Eine sehr gute gibt es kostenlos an einer Hauswand am Dorfplatz von Espenschied.

Für diese Route, den Wispertalsteig, hat sich Annette Sievers Führer /erschienen im Peter Meyer Verlag) gut bewährt und mit der 2. Auflage ist er auch aktuell. So hat mit dem Erscheinen des Buches zeitgleich die Laukenmühle ihren Betrieb wieder aufgenommen, der längere Zeit unterbrochen war.