Der vergessene Erfinder – Wie Philipp Reis das Telefon erfand

IMG_9665Philipp Reis, geboren am 7.Januar 1834, ist trotz seiner Erfindung des Telefons weitgehend in Vergessenheit geraten. Schon zu Lebzeiten wurde diese geniale Ingenieursleistung viel zu wenig anerkannt. Nach seinem Tod heimste Graham Bell Anerkennung und Ruhm für die Fortentwicklung der Übertragung von Gesprächen ein.

Nur im hessischen Gelnhausen erinnert man sich angemessen an den „Sohn der Stadt“. Jetzt hat der ebenfalls in Gelnhausen gebürtige Publizist Wolfram Weimer dessen Leben und Erfindungen – zu denen nicht nur das Telefon gehört – in einem Buch gewürdigt. Darin berichtet Weimer auch vom Zeitgeist des 19. Jahrhunderts und dem Umgang von Wissenschaftlern und Politikern – bis hin zur Präsentation des Telefons auf dem deutschen Fürstentag 1863 in Anwesenheit des Kaisers Franz Joseph I. Von Österreich – mit dem genialen Erfinder.

Im zweiten Teil des Buches ist der Lebenslauf von Reis unter der Überschrift „Mein Lebenslauf – Ich nannte das Instrument Telefon“ beschrieben. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit der Telefonie durch den elektrische Strom. Und schließlich ist über die schrittweise Entwicklung Tongeber und Empfänger bis hin zur Produktion in kleinen Stückzahlen zu lesen. Aus Geige, Stricknadel und der Blase eines Hasens als erste Bastelei bis zu einem funktionsfähigen Produkt wird hier der Weg der Erfindung aufgezeigt.

Einerseits wird die Erfindung bestaunt, anderseits belächeln damals Wissenschaftler und Naturforschern den Amateur Reis. Doch bereits zwei Jahre nach dem Tod von Philipp Reis (gestorben am 14.Januar 1874) meldet Graham Bell sein Telefon zum Patent an. Damit beginnt die weltweite Verbreitung des Telefons, im Buch in einer vierseitigen Grafik „160 Jahre Telefon – Eine Zeitreise“ zusammengefasst.

Zahlreiche Fotos sowie Abbildungen und Skizzen vom ersten Modell bis zum Telefon der heutigen Zeit veranschaulichen, das Leben des Erfinders und den Weg der Erfindung zum gegenwärtig weitverbreitetsten Kommunikationsmittel.

So ist das Buch eine gelungene Würdigung des Lebens von Philipp Reis und dessen geniale Spur, die er mit seiner Idee über die Übertragung von Tönen und Sprache und der Entwicklung der notwendigen Geräte gelegt hat.

Reis war es, nicht Bell!

– – – O – – –

Wolfram Weimer: Der vergessene Erfinder – Wie Philipp Reis das Telefon erfand, Ch. Goetz Verlag (2019)

3 Gedanken zu “Der vergessene Erfinder – Wie Philipp Reis das Telefon erfand

    • Mein Pferd isst keinen Kartoffelsalat – das war wohl der erste Satz, der über den Reisschen Fernsprecher übertragen wurde. So jedenfalls meine Erinnerung an ein Buch über Reis, das ich in meiner Kindheit las. und es ist wohl öfter so, dass Erfindungen gleichzeitig von mehreren Menschen unabhängig voneinander gemacht werden.

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