Engadiner Bilderbücher von Selina Chönz und Alois Carigiet

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Nachdem ich kürzlich vom Schellen-Ursli begeistert war und darüber berichtet habe, wollte ich die zwei anderen Bilderbücher von Selina Chönz (Text) und Alois Carigiet (Illustration) ebenfalls genießen.

Flurina und das Waldvöglein wurde erstmals 1952, sieben Jahre nach Schellen-Ursli veröffentlicht, Der große Schnee im Jahre 1957. Der Text dieser beiden Bücher wurde ebenfalls in Versform verfaßt.

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Flurina und das Wildvöglein. Flurina ist Schellen-Urslis Schwester. Sie zieht im Sommer mit Familie und Vieh vom Dorf im Tal auf die Alm. Und dort spielt sich ein Drama ab: Ein Fuchs fängt eine Vogelmutter. Doch zum Glück kann Flurina ein kleines Küken retten und zieht es groß, bewahrt es dabei vor Gefahren und dem Futterneid der Hühner. Irgendwann ist es dann so groß, dass Flurina es in die Freiheit läßt – und dann findet sie einen Schatz. Dann naht der Herbst, die Familie zieht wieder mit ihrem Vieh zurück ins Dorf und die Geschichte ist aus.

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Der große Schnee. Hier erzählt Selina Chönz ein Abenteuer mit einem dramatischen Höhepunkt. Für eine Kinderschlittenfahrt möchte Schellen-Ursli den Schlitten für sich und Flurina fein schmücken, damit „Lob für seinen Schlitten haschen“. Die Glöcklein sind geputzt, der Schlitten neu gestrichen und poliert. Nun fehlen noch „Wollenzötteli“, „dass grün und rot und gelb die Fransen um unsern blauen Schlitten tanzen“. Mit diesen Worten schickt Ursli seine Schwester zur Spinnerin ins Dorf und Flurina gerät dabei in einen ungeheueren Schneesturm und in große Not. Als sie nicht nach Hause kommt, macht sich Ursli auf die Suche nach seiner Schwester. Er findet sie schließlich unter einem umgestürzten Baum und schleppt sie zurück in das einsam gelegene Haus. Eine spannende Geschichte, die gerade noch einmal gutgeht. Aufatmen beim Leser.

Während Flurina und das Wildvöglein eine nette, aber im Verglich zu Schellen-Ursli eher schlichte Geschichte ist, wird in Der große Schnee ein großes Abenteuer erzählt, das, voll von Spannung und Dramatik, an die Brillianz des Erstlings anschließt.

Insgesamt betrachtet, ist diese Trilogie aus der Engadiner Bergwelt zwar für Kinder geschrieben, aber auch von Erwachsene zu genießen. Zusammen mit den Illustrationen von Alois Carigiet sind es anschauliche Bilder aus vergangenen Tagen.

— O —

Die Bücher sind im Orell Füssli Verlag erschienen

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