Frühling ist…..

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…..in Hamburg, wenn an der Lombardsbrücke die Blüte der Forsythiensträucher beginnt. Seit 1945 wird Forsythien-Kalender geführt und zeigt Blütenbeginne zwischen dem 15.Februar und dem 25.April. (Interssant dazu auch der Beitrag bei Wikipedia)

…..in meinem Garten in Wiesbadens Osten ebenfalls, wenn die Forsythienblüte beginnt. In diesem Jahr geschieht das am 16. März.

Im Vergleich: 27.03.10, 12.04.13, 10.03.14, 27.03.15, 29.03.16

In diesem Jahr zeigt sich auch sogleich ein Gast auf einer der Blüten. Den hatte ich zunächst beim Fotografieren gar nicht gesehen.

Übrigens: Der offizielle Frühlingsbeginn in Genf ist, wenn „am berühmten Kastanienbaum an der Promenade de la Treille die erste Blattknospe“ aufspringt. Dazu ein Artikel aus dem BLICK von 2008

 

 

 

Nette Begrüßung in Assmannshausen? Eine fantastische Lüftlmalerei

Kürzlich wanderten wir auf dem Rheinsteig von Assmannshausen nach Lorch. Die  berühmte Rotweingemeinde erreichten wir von Wiesbaden mit dem Zug und bereits nach einigen Metern wurden wir herzlich begrüßt. So sah es jedenfalls bei erstem Betrachten aus.

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Eine Mutter schaute mit zwei Kindern zu uns aus den Fenstern des Hauses der Familie Berg, das sich gegenüber von Berg’s Alter Bauernschänke befindet und wohl dazu gehört.

Bei näherer Betrachtung dieser feinen Lüftlmalerei sieht man jedoch, dass zumindest die Kinder sich gar nicht um die Wanderer kümmern, die hier vorbei kommen, um auf dem Rheinsteig entweder Richtung Lorch oder in die andere Richtung gen Rüdesheim zu gehen.

Das Mädchen, das im mittleren Fenster über dem Portal zu sehen ist, spielt mit einer Katze, die auf dem Sims über dem Portal herumturnt und die Hand des Mädchens schnappen will.

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Und am Fenster nebendran? Vermutlich der Bruder des Mädchens, der gerade einen Blumentopf aus dem Fenster fallen gelassen hat.

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Manchmal lohnt es sich schon, genauer hinzuschauen.

Der Lüftlmaler hat jedenfalls eine lebendige Szene auf die Fassade des alten Hauses gemalt. Wer Lust hat, kann nun raten, was nicht gemalt ist.

Erinnerung an die Winterwanderung

Weil es so schön war….

Im Januar 2016 wanderten wir im Vorspessart von Sailauf zum Engländer und nach einer Einkehr im „Waldhaus am Engländer“ auf einem anderen Weg wieder zurück nach Sailauf. Und weil diese Wanderung im Schnee so schön war, wiederholten wir sie in diesem Jahr bei noch mehr Schnee. Auf den Weg brauchten wir nicht mehr so sehr zu achten, wir kannten ihn. So blieb mehr Zeit nach rechts und links zu schauen, ab und zu die Kamera zu zücken.

Dass tatsächlich Schnee lag, zeigen das Foto der Drillinge am Wegesrand

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sowie der Wanderer auf freiem Feld

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In Rottenberg trafen wir auf Familie Hirsch (Ich mag diese Lüftlmalerei)

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Am Kalkwerk Hufgard vorbei….

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…..erreichten wir wieder das Bußkreuz

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Nach dem Wald kamen wir auf die freie Plaine, wobei auch hier immer wieder auf Verkehrsschilder geachtet werden sollte:

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Vorbei an der Kapelle aus weißem Sandstein in Eichenberg trafen wir auf mysteriöse Zeichen

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Trafen uns dann im Wirtshaus auf lustige Grillgesellen ……

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…..und Schlappeseppel,

 

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der uns auf seinen Bierdeckeln zeigte, wie es im Leben wirklich zugeht:

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Danach – nach Suppe, Hacksteak, diversen Kuchen und dünnem Kaffee – :

Tschüß Engländer, bis zum nächsten Jahr

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Beobachter, die uns später gesehen haben, als wir zurück nach Sailauf wanderten, mögen den Eindruck gehabt haben, wir wären auf der Flucht. Mit einer Geschwindigkeit von 5.2631578947 km/h eilten wir zurück nach Sailauf, um rechtzeitig die von der untergehenden Sonne angestrahlte St.Vitus-Kirche zu bewundern:

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Zwischendurch warfen wir kurz noch einen Blick zum Wintersportgebiet am Engländer:

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Dann ging es der untergehenden Sonne entgegen:

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Hier der Streckenverlauf (Länge ca. 18,5 Kilometer)

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Der arg lädierte Fremdenführer

Neulich landete der „Fremdenführer durch Wiesbaden und Umgebung“ auf meinem Tisch.

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Ein Exemplar von 1894 mit zerfleddertem Pappeinband und einem Buchblock, der trotz einiger Klebeversuche in mehreren Teile, zum Glück aber vollständig, vorlag.

Wenn ich Bücher repariere, schaue ich mir auch gern den Inhalt an, das Gedruckte und die Illustrationen. Schon auf einer der ersten Seiten war zu erkennen, an wen das Buch gerichtet war, an „kurbedürftige Ausländer“. Ich hoffe nur, dass die wenigsten dieser Gäste den Inhalt des Gedichts, das ihnen gewidmet wurde, verstanden haben. Hier ist es:

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Interssant sind einige Illustrationen, zum Beispiel ein ausklappbare, die einen Blick auf Wiesbaden vom Neroberg aus zeigt:

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Gut sichtbar in der Mitte die Marktkirche, deren Mörtel zu jener Zeit gerade trocken geworden war. 1862 wurde sie fertiggestellt. Der Vorteil dieser alten Illustration gegenüber Fotos von heute ist, dass in dieser Zeichnung die Dunstglocke, unter der die Stadt heute zumeist liegt, nicht zu sehen ist.

In diesem Buch sind neben den Lobpreisungen der Kurmöglichkeiten in diesem feudalen Bad auch die Sehenswürdigkeiten, Flora, Fauna der Umgebung, die geologischen Eigenheiten beschrieben.

Wandertipps fehlen ebensowenig ……..

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…wie Empfehlungen für Fahrradtouren. Ende des 19. Jahrhunderts um Wiesbaden herum mit dem Fahrrad! Das wird nicht so einfach für die Badegäste gewesen sein.

Immerhin war die este Auflage des Büchleins, immerhin 4.000 Exemplare, innerhalb weniger Monate vergriffen, sodass bereits darauf eine zweite „vermehrte“ Auflage erschien. Solch ein Exemplar hatte ich vorliegen und wurde von mir behutsam am Rücken neu verleimt und mit einem Einband aus Fotokarton versehen, auf den ich die Überreste des ursprünglichen Einbanddeckels klebte.

Demnächst wird das Büchlein in einer Vitrine der Historischen Werkstatt Nordenstadt zu sehen sein.