Drillinge – Planung oder Zufall

Ich mag Drillinge als Baumgruppen.  Für Parks und Gartenanlagen werden sie geplant.

In der Natur sieht es immer nach Zufall aus,

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obwohl die Obstbäume im Schnee auch Rest einer Obstwiese sein könnten.

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Magnus Myst: Das kleine Böse Buch

Scan2Hey, du!“, sagte die neunjährige Hanni zu mir und zeigte das Buch, „Kannst du mal lesen. Ist toll!“

Wenn ich derartige Empfehlungen von meiner Enkelin bekomme, muss ich das Buch unbedingt lesen. „Ein interaktiver Gruselspaß für mutige Kinder“ ist auf dem Klappentext zu lesen. Naja, Kind bin ich nicht mehr, gruseln mag ich mich gern.

Es ist ein Buch, das mit dem Leser spricht, fiese Geschichten erzählt und kleine Rätsel aufgibt, die zu einem nächsten Kontakt führen – aber nicht in der Reihenfolge der Seiten. Das Buch lernt mich dabei auch kennen. Erfährt durch meine Reaktionen, ob ich ein Angsthase oder mutig bin. Kann mich zum Lügen verführen und erkennt eine Schwindelei. Wie es das macht? Geschickt!

Scan4OK, ein wirklich böses Buch ist es nicht, ich nenne es frech, gruselig ist es aber auf jeden Fall. Eltern oder Großeltern brauchen keine Angst zu haben, dass ihre Kleinen – idealerweise im fortgeschrittenen Grundschulalter – durch dieses Buch verdorben werden. Aber das kleine Böse Buch erfüllt seinen Wunsch, jedenfalls bei Hanni. Die ist begeistert, liest sich mutig durch die Geschichten und Rätsel, und das kleine wird damit ein richtig Böses Buch.

Das war ein Riesenspaß für Hanni und auch für mich, ihren Großvater. Hanni ist mir nun schon wieder einen Schritt, ein Buch voraus. Und liest Das verboten gute Buch, ebenfalls von Magnus Myst. Mal sehen, ob sie es mir auch empfiehlt. 

— O —

Das Buch ist im Ueberreuter Verlag mit Illustrationen von Thomas Hussung erschienen.

It’s a long way………

Mehr als 16 Kilometer bis zum Glühweinstand auf dem Sternschnuppenmarkt. 4 1/2 Stunden inklusive Pause bis zum ersten alkoholhaltigen Heißgetränk. Das war eine echte Herausforderung!

It’s a long way to Glühweinstand“ habe ich so leise beim Wandern gepfiffen, nach der Melodie von – ihr ahnt es schon – :

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Der Schnee vom Vortag war noch nicht ganz weggetaut, stellenweise war es matschig, aber das konnte die gute Laune nicht vertreiben. Ab und zu schien es so, als würde der Himmel aufreißen und die Sonne durchkommen.

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Meistens blieb es jedoch grau, nur einmal tauchte ein rötlicher Streifen im Westen auf. Normalerweise ein Zeichen, dass die Sonne untergeht, nur dass diese Erscheinung pünktlich um 12 Uhr zu sehen war:

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Die Bänke am Wegsrand waren noch mit Schnee bedeckt…….

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……………und so wurde dann im Stehen eine kleine Stärkung aus den Rucksäcken geholt.

Später am Ziel, sprich Glühweinstand, spaltete sich die Gruppe in zwei Fraktionen, die der roten und die der weißen Glühweintrinker.

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Ohne ein Sondierungsgespräch wurde spontan eine GroKo gebildet, die einstimmig beschloss, auf Empfehlung unseres Vorwanderers den Andechser im Ratskeller anzusteuern. Nach einem ausgiebigen Mahl ging es wieder zurück an den Glühweinstand, wo sich mit Hilfe einiger Heißgetränke auf die Heimfahrt per ÖPNV vorbereitet wurde.

Fazit: 16 Kilometer, die sich gelohnt haben.

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Christian Kayser: Burg Hohenzollern – Ein Jahrtausend Baugeschichte

IMG_7481Über die Jahrhunderte haben Burganlagen  ihr Aussehen und ihre Bedeutung geändert. Sie wurden gebaut, erobert und oftmals zerstört, niedergebrannt, wieder aufgebaut nach den Bedürfnisse jener Zeit und immer wieder erweitert. Viele verfielen zu Ruinen, andere wurden nochmals in neuer Gestalt errichtet – und inzwischen bröckelt es wieder im Mauerwerk.

Das ist in wenigen Worten auch die rund tausendjährige Geschichte der Burg Hohenzollern, heute ein weit sichtbares Baudenkmal auf der Schwäbischen Alb und die „Krone aller Burgen“ in Schwaben. Die Burg war nicht nur Sitz deutschen Hochadels, sondern das Werk berühmter Baumeister, vieler Ingenieure, Konstrukteure und unzähliger Handwerker.

Christian Kayser hat diese Geschichte anhand von Archivmaterial und der Unterstützung vieler Helfer in diesem umfangreichen Buch dargelegt. Es ist erstaunlich, was der Autor alles erfahren hat und wie er die zahlreichen Phasen mit verständlichem Text und vielfältigem Bildmaterial beschreibt.

Alte Federzeichnungen, Holzschnitte, Abbildungen rekonstruierter Modelle und alter Dokumente – z.B. Entwürfe – , Grundrisse und Schnitte durch die Gebäude, sowie Fotos aus der Vergangenheit und des heutigen Bestandes zeigen, wie sich die Anlage im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Kayser beschreibt die Schwierigkeiten und Herausforderungen, die in den verschiedenen Bauabschnitten gemeistert werden mussten, sei es die Wasserversorgung oder die Statik besonderer Dachkonstruktionen. Auch der heutigen Auffahrt weist eine Komplexität auf, die sich einem Besucher der Burg nicht erschließen kann. Zudem erfährt der Leser, dass auch die geologischen Gegebenheit an einigen Stellen besondere Maßnahmen erforderten.

So ist dieses Buch zugleich ein Dokument der Baugeschichte der Burg Hohenzollern aber auch ein Werk, das die Architektur, den Wandel, die Ingenieurs- und Handwerkskunst an einer solchen Anlage über die Jahrhunderte beschreibt.

Ein faszinierendes Werk.

— O —

Erschienen 2017 im Südverlag

Geschnatter

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Sie haben mächtig Rabatz gemacht, die graubraunen Afrikanischen Höckergänse am Wickerbach. Bellende Hunde hätten nicht eindringlicher und ausgiebiger Laut geben können.

Die Drohgebärden waren imposant. Letztlich blieben sie aber auf Distanz.

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Lt. Wikipedia gehört die Höckergans zu den Gänserassen, die auf die Domestizierung der Schwanengans (Anser cygnoides) in Nordostasien zurückgeht. Im 19. Jahrhundert wurde sie aus China oder Japan nach Europa eingeführt (sh. LINK)

Der „SV Deutscher Gänsezüchter von 1907“ beschreibt diese Species und erklärt den Namen „Afrikanische Höckergans“ damit, dass diese Vögel im 18. Jahrhundert aus Asien über Afrika (Madagaskar) nach Europa gebracht wurden. (sh. LINK).

 

Stark gekürzte Version von Jonathan Swifts GULLIVERS REISEN, nacherzählt von Doron Rabinovici

20171022_114451Es ist eine hübsch anzusehende Ausgabe der Insel-Bücherei, die in diesem Jahr nacherzählt von Doron Rabinovici und illustriert von Flix als schmales Bändchen von 143 Seiten erschienen ist. Und die Seitenzahl macht es deutlich: gegenüber den verbreiteten deutschen Übersetzungen mit jeweils über 400 Seiten handelt es sich bei dieser Ausgabe um eine stark gekürzte Version des Swiftschen Romans von 1726. Andererseits beinhaltet diese Nacherzählung neben den ersten beiden Teilen des Werkes – auf die sich Erich Kästner bei seiner Nacherzählung für Kinder beschränkt hat – auch einige wenige Sequenzen aus den Teilen 3 und 4.

Teil 1 – Reise nach Lilliput – und Teil 2 – Reise nach Brobdingnang – beschreiben Gullivers Abenteuer bei den Liliputanern und bei den Riesen. Es sind die Abenteuer, die den meisten von uns bekannt sind, besonders in der Kästnersche Version, aber auch als Kinderbücher anderer Autoren. Sie sind teils zum Schmunzeln, teils spannend von Erich Kästner nacherzählt. Ähnlich liest sich Doron Rabinovivis Fassung, obwohl offensichtlich nicht primär für Kinder nacherzählt. Die Diction Swifts, wie sie versucht wird, in den Übersetzungen von Kurt Heinrich Hansen ( Gullivers Reisen, Artemis und Winkler, 1958) oder Franz Kottkamp (Gullivers Reisen, Insel Taschenbuch it 58, 1974) im Deutschen beizubehalten, geht bei Rabinovici ebenso wie bei Kästner verloren. Bei Rabinovici werden zudem Begriffe, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in unserem Sprachgebrauch auftauchen wie „Freakshow“ für die zur Zeit übliche Kuriositätenshow auf Jahrmärkten oder ein Vergleich von Gullivers Situation bei den Riesen mit „ wie Vieh im Streichelzoo“ fernab der Swiftschen Zeit eingeführt. Wer es mag, soll es lesen. Unmöglich ist es jedoch wenn aus den langen Grannen der Ähren, die Gulliver bei seiner Flucht vor den Riesen zu Beginn seines Aufenthalts in Brobdingnang stechen, Garne werden.

Teil 3 – Reise nach Laputa, Balnibari, Luggnagg, Glubbdubdrib und Japan – und Teil 4 Reise ins Land der Houyhnhnms – beschränken sich dann auf weniger als ein Zehntel des Originals. Das reicht sicherlich, um einen groben Einblick und einen Überblick zu bekommen. Nur zu einem geringen Teil erfährt man hier, wie Swift die heimischen Verhältnisse kritisiert, welche Seitenhiebe er verteilt. Dazu gehört insbesondere die die Passage von Gullivers Besuch die große Akademie auf der Insel Balnibari, an der Wissenschaftler die eigenartigsten Forschungen betreiben, Projekte, die in ähnlicher Form zu Zeiten Swifts auf Unverständnis, Hohn und Spott stießen.

Wer sich nicht mit Ausgaben dieser Abenteuer von mehr als 400 Seiten befassen möchte, wem die Kurzfassung der ersten beiden Teile und ein paar Eindrücke der letzten Teile auf 30 Seiten genügt, dem dürfte diese Nacherzählung von Doron Rabinovici gefallen. Zudem ist sie sprachlich geglättet. Verloren gehen jedoch ein Großteil Swiftscher Satire und Kritik mit den wesentlichen Bezügen zur gesellschaftlichen und politischen Situation speziell im Vereinigten Königreich, aber die in Einzelheiten nachzuvollziehen , wird uns sowieso nur unvollständig gelingen.

Bevor man sich jedoch nichts von Gullivers Reisen liest, bietet sich dieses Bändchen für eine nicht so tiefgreifende Beschäftigung mit dem bekannten Werk an.

Jonathan Swift: Gullivers Reisen, nacherzählt von Doron Rabinovici, illustriert von Flix, Insel-Bücherei, 2017

— O —

siehe auch: Erich Kästner. Gullivers Reisen