„Aktion Eichhörnchen“ – „Denk daran, schaff Vorrat an“

Daran habe ich mich heute erinnert: „Aktion Eichhörnchen“ und den Slogan  „Denk daran, schaff Vorrat an“. (Wenn ihr euch nicht erinnern könnt, habt ihr vermutlich die 60er des vorigen Jahrhunderts nicht bewußt oder noch gar nicht erlebt.) Ich habe meine diesjährige Aktion hiermit gestartet:

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Nachdem die Aktion mit Start 1961 nicht sonderlich erfolgreich war, habe ich mich köstlich amüsiert, als im letzten Jahr in der „Konzeption zivile Verteidigung“ des Bundesinnenministeriums dieser Vorschlag wieder auftauchte.

Marmeladenmäßig übererfülle ich jedenfalls die „10-Tage-Vorrat-Empfehlung“. Bei Sorte „Erdbeere“ beträgt der Vorrat etwa 40 Wochen.

Nicht nur der Weg, der Wispertalsteig, war das Ziel, sondern auch die Laukenmühle

Als wir im November 2015 den Wispertalsteig entlangwanderten, war die Laukenmühle bereits einige Monate geschlossen und es sah so aus, dass das Lokal nicht wieder eröffnet würde. So war die Freude groß, als wir in der Zeitung lasen, dass dort doch wieder die berühmten Wispertalforellen zu verzehren wären.  Kein Wunder, dass Karl die nächste Wanderung um diesen Ort herum plante.

Zudem war inzwischen auch die zweite überarbeitete Auflage des Wanderführers „Die beliebtesten Wanderwege der Hessen“ von Annette Sievers erschienen, die genau die Route, auf der wir wandern wollten, beschreibt. Für mich Anlass, anhand des Büchleins die Routenbeschreibung und die dort genannten markanten Punkte mit der Realität zu vergleichen.

Da wir die Wanderung in der Laukenmühle ausklingen lassen wollten, wählten wir als Ausgangs- und Endpunkt den Parkplatz zwischen dem Restaurant und dem Mühlrad.P1080493

IMG_6541Auf dem Weg hoch nach Espenschied gerieten wir das erste Mal ins Schwitzen. Für einige von uns war Omas Ruh schon einen Ausblick und ein kurzes Verschnaufen wert. Der nette kleine Gag mit der Schreibweise auf dem Schild hatte sich seit dem letzten Jahr noch nicht geändert, so dass wir sicher sein konnten, den richtigen Ausblick gefunden zu haben.

Von der kleinen Bank gibt es einen herrlichen Ausblick in die grüne Umgebung.

IMG_6543Außer der Bank bei Omas Ruhe bot sich auf dem Weg noch eine andere Sitzgelegenheit an, die jedoch niemand von uns nutzen wollte, auch nicht nutzen konnte, da sie rechts des Weges in einem eingezäunten Garten platziert war.P1080511.JPGNach einer kleinen Rast unter einer Kastanie auf dem Dorfplatz von Espenschied ging es  Richtung Kirche St. Nikolaus mit dem markanten Dachreiter. Die Kirche ist eine Filialkirche des Klosters Schönau, das in der Gemeinde Strüth (Teil der Verbandsgemeinde Nastätten) liegt.P1080518-002.JPGNeben dem barocken Altar fallen besonders die Kanzel und die beiden Seitenaltäre auf, rechts der Heilige Josef, links Maria mit Kind, beide vom Mainzer Bildhauer Johann Georg Bitterich geschaffen, von dem in und um Mainz herum etliche Werke in Kirchen zu finden sind.IMG_6554Wir verabschiedeten uns von Maria und Josef und hinein ging es in die Welt der Pusteblumenwiesen………IMG_6559.JPG……… zum nächsten markanten Punkt, dem Saurierfelsen, der zu einer kleinen Trinkpause mit Ausblick einlud.IMG_6567 Nach einem kurzen Stück bergab zum Werkerbrunnen, der in vergangenen Jahrhunderten berühmt für sein eisen- uns säurehaltiges Heilwasser war,…..IMG_6572.JPGIMG_6570.JPG….ging es mächtig bergauf. Hätten wir nur von dem guten Wasser getrunken, denn was nun kam, trieb uns verbliebene Flüssigkeit aus den Poren, denn: „Danach beginnt auf einem schmalen Steig ein romantischer, aber anspruchsvoller Aufstieg aus den Sauerbornbachtal heraus.“ (Quelle: Annette Sievers, Die beliebtesten Wanderwege der Hessen, Peter Meyer Verlag). Dazu sage ich: Jawohl Annette Sievers!

Irgendwann war auch dieses Teilstück geschafft und wir konnten uns auf der roten Ruhebank regenerieren, auch hier wieder mit einem herrlichen Blick in die Landschaft.IMG_6579.JPGIMG_6578-001Danach war weiter entspanntes Wandern angesagt. So fiel eine Elsbeere auf, die sich an einen Baum an der gegenüberliegenden Wegseite anlehnte. So auch beschrieben im bereits mehrmals zitierten Wanderführer und das war ein Bild, dass ich bei der letzten Wanderung noch nicht wahrgenommen hatte.IMG_6581.JPGWährend ich dieses Pärchen noch fotografierte, beobachteten meine Mitwanderer, wie ein junge Blindschleiche über den Weg huschte – schneller, als derFotoapparat gezückt werden konnten. Manches Motiv ist dann doch zu schnell.

Von der nächsten Ruhebank blickten wir nach Rheinhessen mit dem verspargelten Soonwald.IMG_6586Vorbei an Relikten des Reichsarbeitsdienstes…..IMG_6592.JPG……gelangten wir schließlich durch den steinernen Torbogen zum Parkplatz.

Zum Schluss haben wir erfahren, auf welchem Territorium wir uns befunden haben: Wir hielten uns im Freistaat Flaschenhals auf, das Stückchen Deutschland, das bei der Rheinlandbesetzung nach Ende des I.Weltkrieges unbesetzt blieb.P1030215

Nun denn, wir sind im Jahre 2017. Der Freistaat Flaschenhals ist Geschichte, die Laukenmühle wiedereröffnet. Zeit, den Flüssigkeitshaushalt wieder in Ordnung zu bringen und verbrauchte Kalorien nachzuführen – beides in der Laukenmühle.

STRECKE und DATEN: ca. 16 Kilometer, 676 Höhenmeter:Screenshot_2017-05-19-11-48-18

Ein Nachwort zur Beschreibung der Route in „Die beliebtesten Wanderwege der Hessen“: Die Beschreibung eignet sich vorzüglich zur Vorbereitung der Wanderung. Auf die meisten markanten Punkte wird hingewiesen. Selbstverständlich können auf den wenigen Seiten nicht alle Sehenswürdigkeiten und Ereignisse, die sich am Rande der Route zugetragen haben, erwähnt werden. So gibt es für die Wanderer noch einiges darüber hinaus zu entdecken. Die Streckenführung ist gut beschrieben und so könnte man sicherlich ohne eine zusätzliche Wanderkarte auskommen. Aber wie es Leute gibt, die das Herabrutschen ihrer Hose mit Hosenträger und Gürtel vermeiden, sind wir zusätzlich mit einer Karte größeren Maßstabs ausgestattet gewesen. Eine sehr gute gibt es kostenlos an einer Hauswand am Dorfplatz von Espenschied.

Für diese Route, den Wispertalsteig, hat sich Annette Sievers Führer /erschienen im Peter Meyer Verlag) gut bewährt und mit der 2. Auflage ist er auch aktuell. So hat mit dem Erscheinen des Buches zeitgleich die Laukenmühle ihren Betrieb wieder aufgenommen, der längere Zeit unterbrochen war.