Christopher Lloyd: EINFACH ALLES!

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Weil hier mehr Platz als auf dem Cover ist, noch ein paar Schlagwörter zum Inhalt des Buchs in meinen Worten: Urknall & Co., Entstehung des Lebens, Entwicklung des Menschen, Geschichte in Asien, Südamerika, die griechische, römische, muslimische und deren Erfindungen, europäische Entdecker, Entwicklung von „Wissenschaft, Freiheit und Robotern“ (Zitat) vom Mittelalter bis zu Beginn des 20.Jahrhunderts, Kriege von 1845-1945, die Welt nach dem II.Weltkrieg.

Das ist eine Themenmenge, die junge Leser erschlagen kann, Ältere ebenso. Eine geniale Idee auf 340 Seiten umgesetzt oder eine Variante der „eierlegenden Wollmilchsau“?

Das Ergebnis hängt von der Erwartung ab, die Titel und Untertitel erzeugen.

Zu erwarten ist ein Überblick. Dieser fällt jedoch inhaltsmäßig äußerst unterschiedlich aus. Während die Geschichte der Erde vom Urknall und der Entstehung des Lebens bis etwa 5000 v.Chr. informativ und ausführlich ist, folgt danach eine oberflächliche Darstellung der Themen. Erwartet hatte ich – soweit es die Entwicklung vom griechischen Reich bis heute betrifft – zwar kein Geschichtsbuch, aber was diesen Zeitraum angeht, ist der Inhalt dürftig, kurz gefasst und selten mit den wesentlichen Schwerpunkten versehen. So ist mehr über den Kolonialismus und Sklaverei als über die industrielle Entwicklung zu lesen. Römische Geschichte auf drei Seiten, auch hier sind Sklaven das beherrschende Thema. Sicherlich ein wichtiges Thema, jedoch mehrmals überstrapaziert.

Fazit: Von dieser „Einfach-Alles!-Sau“ möchte ich mich nicht säugen lassen (i.e.: mein Wissen ergänzen oder auffrischen) und einen guten Schinken verspricht sie auch nicht. Zudem habe ich mich umgehört, unter den Kids, die Christopher Lloyd so locker ansprechen möchte: Kein Interesse in jenen Kreisen. Vielleicht begeistert das Buch ein paar Großväter, die sich beim Lesen in ihre Kindheit zurück versetzt fühlen.

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Christopher Lloyd: EINFACH ALLES!, Wissenschaftliche Buchgesellschaft (2020), lt. Impressum wurde die Herausgabe des Werkes durch die Vereinsmitglieder der wbg ermöglicht.

Wie Schmetterlinge leben – Text: Elke Zippel, Illustrationen: Johann Brandstetter

IMG_9771Schmetterlinge leben nicht „irgendwo“, sondern in besonderen Lebensräumen. So unterschiedlich wie die Arten sind, so unterschiedlich ist ihr Auftreten in verschiedenen Biotopen. Manche Arten lieben kühle, nasse Hochmoore und Feuchtwiesen, andere Magerrasen. Weitere Beispiele für Lebensräume, die sich stark von einanderer unterscheiden, sind der tropische Regenwald und das Hochgebirge.

Die Vielfalt der Schmetterlinge, die sich aus der Art ihrer unterschiedlichen Umgebungen entwickelt hat, wird zunächst im ersten Teil dieses üppig illustrierten Buches an sechs Lebensräumen beschrieben. Im zweiten Teil werden die Schmetterlingsfamilien vorgestellt, die zu einer fast unglaublichen Artenvielfalt prächtigen Farbvariationen führen. Vorangestellt ist eine kurze Einführung in die Systematik, die das „babylonische Namenswirrwarr“ ein wenig entwirren soll. Und dann lesen wir von Wurzelbohrern und Holzbohrern, Ritterfaltern. Zünslern, den diversen Spinnern inkl. dem Seidenspinner, von nachtaktiven Faltern und anderen Familien – wie sie sich ernähren, über ihren Lebenszyklus, wie sie Teil einer Nahrungskette sind. Aber auch die Tierchen die als Doppelgänger der Schmetterlinge durch die Botanik schwirren und gar nicht zu einer der 130 Familien der Schmetterlinge gehören, lernen wir kennen.

Der Text stammt von der Biologin Elke Zippel, die zahlreichen Illustrationen von dem bekannten Künstler Johann Brandstetter. Text und Illustration ergänzen sich auf vorbildliche Weise. So wird die Verwandlung vom Ei zur Raupe, zur Puppe, zum Schmetterling sowohl beschrieben als auch auf einer Tafel am Beispiel des Schwarzblauen Bläulings illustriert. Selten habe ich so eine verständliche Darstellung des Lebenszyklus der Schmetterlinge gesehen.

Ein weiterer bemerkenswerter Punkt ist, dass die Schmetterling oftmals zusammen mit der Futterpflanze dargestellt werden. Ähnlich ist bekanntlich Maria Sibylla Merian in ihrem Metamorphosis Insectorum Surinanmensium vor mehr als 200 Jahren vorgegangen. Und diesem Buch kann nur gewünscht werden, dass es eine ebenso große Aufmerksamkeit erlangt.

Die Verknüpfung von verständlichem Text und eindrucksvollen bildlichen Darstellungen machen dieses Buch zu einem lesens- und betrachenswerten Werk über die Schmetterlinge, deren unterschiedlichen Lebensräume und der dadurch vorhandenen Artenvielfalt.

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Johann Brandstetter und Elke Zippel: Wie Schmetterlinge leben, als gebundenes Buch (Format: 20 x 25,5 cm) im Haupt Verlag (2019) erschienen, 224 Seiten mit 58 Bildtafeln und 250 Abbildungen

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Eine ausführliche Rezension ist im Blog „Elementares Lesen“ erschienen: HIER

Angekommen: Frühling 2020

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Seit einigen Jahren beobachte ich den Frühlingsbeginn in meinem Garten. Indikator für den Beginn ist das Aufblühen der Forsythie. Mein Forsythien-Kalender reicht nicht so weit zurück wie der Hamburger, er ist auch nicht vollständig, zeigt aber ebenfalls recht unterschiedliche Blühbeginne. Nach dem Phänologischen Kalender beginnt mit der Forsythien-Blüte der „Erstfrühling“.

Ort der Beobachtung: Wiesbaden-Nordenstadt, 200 m ü NN, halbschattiger Standort. Nach der letztjährigen Blüteperiode  habe ich den Busch durch einen neuen an gleicher Stelle ersetzt.

Das Wetter in den letzten Tagen war überwiegend bedeckt, teilweise regnerisch, gestern mit leichtem Sonnenschein, zumeist zwischen 6° und 8°C, heute schien die Sonne mehrere Stunden bei bis zu 14°C.

Meine „Aufzeichnungen“ über den Beginn der Blüte:

27.03.10,  12.04.13,  10.03.14,  27.03.15,  29.03.16,  16.03.17, 01.04.18, 12.03.19, 09.03.20

Hier ein Link zu Beginn der Forsythien-Blüte in Hamburg und der Hasel-Blüte in Geisenheim: hier klicken

Und zum Frühlingsanfang in Genf und dem dortigen Indikator: hier klicken und hier und auch noch hier. 

Amphibienlehrpfad zwischen Seligenstadt und Zellhausen

Wie habe ich mich gefreut, als ich am 19. Februar die neun Tafeln auf diesem „Lehrpfad“ sah. Eine tolle Idee, super umgesetzt von der Arbeitsgemeinschaft Fledermaus- und Amphibienschutz Seligenstadt und Mainhausen (AGFA). Jede Menge Wissenswertes ist auf diesen Tafeln in Wort und Bild aufgeführt.

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Großes Entsetzen jedoch eine Woche später am 26. Februar, Aschermittwoch.

Sämtliche Tafeln waren umgeschmissen. Vandalismus!

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Ich wünsche den Initiatoren des Lehrpfads und den Mitgliedern, Helfern und Sponsoren der AGFA, dass die Tafeln künftig von Vandalismus verschont bleiben und sie die Beachtung finden, die sie verdienen.

Hier der Bericht der AGFA auf deren Homepage: Vandalismus am neuen Lehrpfad.

Hier der Link zur Homepage

Allen, die sich in dieser Arbeitsgemeinschaft engagieren und sie unterstützen, ein herzliches DANKE für ihr Engagement für den Naturschutz.

Schneeglöckchen: etwa 20 Arten, 800 Sorten

Jahrzehntelang waren für mich Schneeglöckchen Schneeglöckchen, Frühblüher, um die 10 cm hoch. Nach einem Umzug ins Rhein-Main-Gebiet holte ich mir eine Tüte mit Zwiebeln in den Garten, auf der Schneeglöckchen abgebildet waren. Zur Überraschung wuchsen aus den Zwiebeln wesentlich größere Pflanzen, breitblättig mit einer Höhe von weit über 20 – 30 cm und riesigen Blüten.

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Wir wunderten uns, aber damit war die Sache erledigt – bis ich jetzt auf dem Blog von PUZZLEBLUME erfahren habe, wie artenreich und in rund 800 Sorten gezüchtete Varianten es von der Pflanze gibt, die den Gattungsnamen Galanthus trägt, üblicherweise als „Schneeglöckchen“ bezeichnet wird, aber auch unter etlichen anderen Trivialnamen bekannt ist.

Hier der Link zum lesenswerten Post von PUZZLEBLUME: „Schneeglöckchen, Rüschenröckchen….“  im dem auf den Wikipedia-Artikel „Schneeglöckchen“ verwiesen wird.

Ich danke PUZZLEBLUME für die Anregung, mich mit dem umfangreichen Thema Schneeglöckchen zu beschäftigen. Es ist nicht das erste Mal, dass mir von ihr eine Tür zu bisher unbekannten Ecken von Flora und Fauna geöffnet wurde.